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Zeigen sich Unterschiede in den onkologischen und frühfunktionellen Ergebnissen bei Patienten nach radikaler Prostatektomie (RP) in Abhängigkeit der angewendeten Operationsmethode und beeinflussen diese das Outcome?
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Published: | February 14, 2020 |
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Einleitung: Wir haben uns die Frage gestellt, ob es Unterschiede bei den funktionellen und onkologischen Ergebnissen zwischen Patienten nach RP in Abhängigkeit der eingesetzten Operationsmethode gibt und wenn, wie diese ausgeprägt sind.
Methode: Im Zuge einer AHB wurden Patienten nach RP bis 35 Tage postop. im Zeitraum von 2008 bis 2017 im UKR retrospektiv untersucht. Das Kollektiv wurde nach den Operationsverfahren radikal retropubisch (RRP), Roboter assistiert (RAP) und laparoskopische Prostatektomie (LAP) aufgeteilt. Die Kontinenz wurde mittels 24h-Pad-Test erfasst. Der Nerverhalt und die die histopathologischen Befunde wurden aus den Entlass- bzw. Operationsberichten extrahiert. Eine Graduierung nach UICC ist erfolgt. Weiter erfolgte die Auswertung positiver Resektionsränder (R1) beim lokalisierten Prostatakarzinom (≤pT2c). Erektionen eingeteilt nach Porst, Dauer bis zum Antritt der AHB und Aufenthaltsdauer in der AHB wurden erfasst. Zudem wurde die psychische Belastung der Patienten mittels FBK-R10 erfasst und ausgewertet.
Ergebnisse: Von insgesamt 25.464 Patienten nach RP traten 22.649 (88,9%) eine AHB bis 35 Tage postoperativ an. Die Patienten wurden zu 56,4% RRP, zu 32% RAP und zu 11,6% LAP operiert. Es bestanden keine Unterschiede im präoperativen PSA-Wert (p=0,485) und bei den TNM Stadien (p=0,555, p=0,279, p=0,960). Der Urinverlust zu Beginn der AHB war mit 40g im Median bei der RAP Gruppe am geringsten (p<0,001). In der Graduierung nach UICC I-IV zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen (p=0,063). Während ein R1 Befund mit 20,4% hochsignifikant seltener als in den Vergleichsgruppen auftrat, war ein Nerverhalt bei 62,5% hochsignifikant häufiger in der RAP Gruppe festzustellen (p<0,001). Ein R1 Befund bei ≤pT2c Tumor war mit 6,7% hochsignifikant seltener in der RAP Gruppe (p<0,001) nachweisbar. Mit im Median 18,2 Tagen postoperativ und einen kürzeren erforderlichen Aufenthalt bei 71,3% wies die RAP Gruppe eine hochsignifikant kürzere Rekonvaleszenz auf (p<0,001). Im Hinblick auf psychosozialen Stress wies die Gruppe RAP im FBK-R10 Fragebogen mit 4 Punkten im Median die höchste Belastung auf (p<0,001).
Schlussfolgerung: Hinsichtlich funktioneller und onkologischer Parameter wies in der durchgeführten Untersuchung die Gruppe der RAP Patienten verglichen mit den Gruppen der RRP und LAP ein statistisch hochsignifikant besseres Outcome auf. Lediglich im Bereich des psychosozialen Distresses zeigte die RAP Gruppe die höchste Belastung.