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Der Einfluss von Dexamethason auf das Expressionsmuster von Glucocorticoid-Rezeptoren bei Beschallung im Innenohr des Meerschweinchens
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Published: | December 11, 2012 |
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Einleitung: Dexamethason wird regelmäßig in der Therapie von akuten idiopathischen Hörstörungen und beim Lärmtrauma verwendet. Im Hinblick auf die Wirkung des Dexamethasons stellt sich die Frage nach möglichen lokalen Unterschieden in der Cochlea. Ziel der Untersuchungen war es darzustellen, wie die Zusammenhänge von Beschallung und Expression von Glucocorticoid-Rezeptoren (GR) nach Applikation von Dexamethason aussehen.
Methoden: Es wurden insgesamt 22 männliche Meerschweinchen untersucht, wovon 5 Tiere als Kontrolle dienten und 17 Tiere für 1h mit 90dB beschallt wurden. Fünf Tiere wurden nur beschallt. Je 6 Tieren war 14h zuvor zusätzlich 0,1ml NaCl oder Dexamethason (8mg) intratympanal appliziert worden. Bei allen beschallten Tieren erfolgte 2h nach Lärmbelastung die Entnahme der Bullae und eine histologische Aufarbeitung der jeweils linken Cochlea. Anschließend wurde eine immunhistochemische Quantifizierung der GR-Expression vorgenommen.
Ergebnisse: Die GR-Expression weißt deutliche Unterschiede für die verschiedenen Zellgruppen der Cochlea (Cortisches Organ, Nervenfasern, Spiralganglienzellen, Limbus-Fibrozyten, Stria vascularis, Interdentalzellen, Spiralligament) auf. Signifikante Veränderungen der Expressionsmuster fanden sich für die Interdentalzellen besonders aber im Spiralligament. Durch die Beschallung wurde die GR-Expression im Vergleich zu unbehandelten Tieren reduziert, während dies durch die Gabe von Dexamethason vollständig verhindert werden konnte.
Schlussfolgerung: Bei der Dexamethason-Therapie des Innenohrs scheint der wesentliche Zielort der Wirkung im Spiralligament zu liegen. Dieser Bereich ist unter anderem wesentlich am Kaliumrecycling und damit an der Homöostase der Cochlea beteiligt.