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Thymol als Periimplantitis-Prophylaxe bei Osseoimplantaten
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Published: | April 19, 2011 |
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Zur Rekonstruktion ausgedehnter Kopf-Hals-Defekte z. B. nach Tumorchirurgie ist in bestimmten Fällen eine epithetische Versorgung notwendig. Eine zuverlässige Fixation ist durch knochenverankerte Titanstützpfeiler z. B. Baha® (Cochlear, Hannover) möglich. Durch kleinste Dehiszenzen im Mikrometer-Bereich zwischen Einbringpfosten und Implantat kommt es jedoch in einem gewissen Prozentsatz (bis zu 30%) zur Periimplantitis, die nachfolgende Wundheilungsstörungen mit chirurgischer Interventionsnotwendigkeit und im Extremfall einen Implantatverlust nach sich ziehen kann. Die Befüllung des Hohlraums zwischen Einbringpfosten und Implantat mit bakteri- und fungizidem, nicht resorbierbarem Material sollte eine Periimplantitis effektiv verhindern. Bei 54 Patienten mit knochenverankerten Epithesen (n=48) aber auch einer BAHA Versorgung (n=6) wurde Gapseal® (Thymol – ein Monoterpen – in Polysiloxan u. Kieselgel, Hager Werken, Duisburg) zwischen Einbringpfosten und Implantat eingebracht. Die Patienten wurden im Durchschnitt 23 Monate nachkontrolliert. Bei keinem der Patienten kam es zu einer Periimplantitis oder einem Implantatverlust was hausinternen aber auch extern (Literatur) in keinem historischen Vergleichskollektiv erreicht werden konnte. Periimplantitis und Implantatverlust scheinen durch die Verwendung von bakteri- und fungizidem Gapseal® bei Patienten mit knochenverankerten Epithesen oder Hörgeräten effektiv verhindert zu werden, was jedoch in einer vergleichenden prospektiven Doppelblindstudie abschließend bewiesen werden müsste. Eine alternative Lösung könnte zukünftig der Einsatz eines heliumdichten Abschlusses zwischen Einbringpfosten und Implantat (sog. BI300 Implantatsystem, Cochlear) darstellen.