gms | German Medical Science

Gesundheit – gemeinsam. Kooperationstagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS), Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi), Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS) und der Deutschen Gesellschaft für Public Health (DGPH)

08.09. - 13.09.2024, Dresden

Wie steht es um die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen? Veränderungen während und nach der COVID-19-Pandemie

Meeting Abstract

  • Helena Ludwig-Walz - Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Wiesbaden, Germany
  • Martin Bujard - Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Wiesbaden, Germany
  • Petra Rattay - Robert Koch-Institut, Berlin, Germany
  • Sarah Heinisch - Pädagogische Hochschule Karlsruhe, Karlsruhe, Germany
  • Carmen Volk - Karlsruher Institut für Technologie, Karlsruhe, Germany

Gesundheit – gemeinsam. Kooperationstagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS), Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi), Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS) und der Deutschen Gesellschaft für Public Health (DGPH). Dresden, 08.-13.09.2024. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2024. DocAbstr. 940

doi: 10.3205/24gmds902, urn:nbn:de:0183-24gmds9028

Published: September 6, 2024

© 2024 Ludwig-Walz et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License. See license information at http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/.


Outline

Text

Symposium-Vorsitz: Dr. Helena Ludwig-Walz, Petra Rattay, Dr. Carmen Volk

Einladende Organisationen: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB), Robert Koch-Institut (RKI), Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Symposium-Vortragende: Prof. Dr. Martin Bujard, Dr. Sarah Heinisch, Dr. Helena Ludwig-Walz, Petra Rattay, Dr. Carmen Volk

Inhalt: Die COVID-19-Pandemie hat mit den Restriktionen im Zuge der Eindämmungsmaßnahmen den Alltag von Kindern und Jugendlichen maßgeblich verändert und zu vielfältigen mentalen Belastungen sowie körperlichen Einschränkungen geführt, die teils heute noch nachwirken. Die Vorträge des Symposiums umreißen zunächst die (1) Veränderungen der mentalen und körperlichen Gesundheit während der COVID-19 Pandemie, beschreiben (2) gesundheitliche Ungleichheiten zum Ende der COVID-19 Pandemie, geben (3) einen Ausblick auf die gesundheitliche Lage nach Lockerung der Restriktionen und stellen (4) bevölkerungsbasierte, repräsentative Längsschnittstudien vor, die aktuelle Daten zur mentalen und körperlichen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland bereitstellen werden.

Im Rahmen der Symposium-Diskussion soll Expert:innenwissen vertieft und ausgetauscht sowie Raum zum Netzwerken gegeben werden.

Beiträge:

  • Prof. Dr. Martin Bujard: Mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen während der COVID-19 Pandemie: Bereits vor der COVID-19-Pandemie stellten Depressionen und Angstzustände die größte Krankheitslast bei Kindern und Jugendlichen in Europa dar. Meta-Analysen für Europa beschreiben eine weitere Zunahme dieser Erkrankungen während der Pandemie, insbesondere in Zeiten von Schulschließungen [1], [2]. Auch nach der Pandemie deuten Studien auf eine nach wie vor, die vorpandemischen Werte übersteigende, hohe Krankheitslast hin.
  • Dr. Helena Ludwig-Walz: Veränderungen der körperlichen Aktivität und Fitness während und nach der COVID-19 Pandemie: Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen während der COVID-19-Pandemie gingen mit immensen Veränderungen im Bewegungsverhalten von Kindern und Jugendlichen einher. Europaweite Meta-Analysen beschreiben einen Einbruch der Aktivität und Fitness während der Pandemie, die auch nach Lockerung der Restriktionen unter den präpandemischen Level zurückbleiben [3].
  • Petra Rattay: Gesundheitliche Ungleichheiten bei Kindern und Jugendlichen zum Ende der COVID-19-Pandemie. Ergebnisse der KIDA-Studie 2022-2023: Ergebnisse der Studie „Kindergesundheit in Deutschland aktuell“ (KIDA) zeigen, dass 3- bis 17-Jährige, die mit allerziehenden Elternteilen oder in Armut aufwachsen, zum Ende der COVID-19-Pandemie eine schlechtere allgemeine und psychische Gesundheit aufwiesen, seltener Unterstützung im schulischen/privaten Umfeld erhielten und seltener an außerschulischen Sportkursen, aber gleich häufig an Sportangeboten im schulischen Kontext teilnahmen wie nichtbenachteiligte Gleichaltrige [4].
  • Dr. Carmen Volk: COMO-Studie: Design und Response-Analyse einer Online-Befragung mit Kindern und Jugendlichen in Deutschland: Die COMO-Studie untersucht Veränderungen im Gesundheitsverhalten, der physischen sowie psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland nach der COVID-19-Pandemie vor dem Hintergrund soziökologischer Kontexte [5]. Insgesamt nahmen über 6.500 Familien mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 4 bis 17 Jahren an der ersten Online-Befragung von Oktober 2023 bis Februar 2024 teil. Weitere Befragungen folgen in den Jahren 2024 und 2025. Der Vortrag fokussiert das Design, die Response und Durchführung der Studie und gibt einen Ausblick auf die ersten Ergebnisse.
  • Dr. Sarah Heinisch: 20 Jahre MoMo-Studie – ein Rück- und Ausblick: Seit 20 Jahren testet die MoMo-Studie die Motorik von Kindern und Jugendlichen in ganz Deutschland. Als Teilprojekt von KiGGS gestartet, erhebt MoMo 2.0 mit Beginn der neuen Welle im September 2023 neben der Motorik nun auch umfassende Aktivitäts- und Gesundheitsdaten. Ausgewählte Ergebnisse der vorherigen Wellen sowie die Organisation und Feldarbeit der größten deutschen Studie in diesem Themenbereich sollen ebenso vorgestellt werden wie ein Ausblick der aktuell laufenden Testungen.

Die Autoren geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Die Autoren geben an, dass kein Ethikvotum erforderlich ist.


Literatur

1.
Ludwig-Walz H, Dannheim I, Pfadenhauer LM, Fegert JM, Bujard M. Increase of depression among children and adolescents after the onset of the COVID-19 pandemic in Europe: a systematic review and meta-analysis. Child Adolesc Psychiatry Ment Health. 2022;16:109.
2.
Ludwig-Walz H, Dannheim I, Pfadenhauer LM, Fegert JM, Bujard M. Anxiety increased among children and adolescents during pandemic-related school closures in Europe: a systematic review and meta-analysis. Child Adolesc Psychiatry Ment Health. 2023;17:74.
3.
Ludwig-Walz H, Siemens W, Heinisch S, Dannheim I, Loss J, Bujard M. How the COVID-19 pandemic and related school closures reduce physical activity among children and adolescents in the WHO European Region: a systematic review and meta-analysis. Int J Behav Nutr Phys Act. 2023;20:149.
4.
Rattay P, Öztürk Y, Geene R, Blume M, Allen J, Poethko-Müller C, Mauz E, Manz K, Wieland C, Hövener C. Soziale Lage, Gesundheit und Gesundheitsverhalten von Kindern und Jugendlichen in Ein-Eltern-Haushalten zum Ende der COVID-19-Pandemie. Ergebnisse der KIDA-Studie 2022–2023 [Social situation, health, and health behavior of children and adolescents in one-parent households at the end of the COVID-19 pandemic: Results of the KIDA study 2022-2023]. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz. 2024 Sep;67(9):983-997.
5.
Niessner C, Lang CS, Burchartz A, Volk C, Behn S, Gilbert M., et al. COMO Study - The Impact of the COVID-19 Pandemic on the Physical and Mental Health and Health Behavior of Children and Adolescents against the Background of Socioecological Contexts of Germany. Center for Open Science; 2023. Available from: https://osf.io/68fdn/ External link