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Gesundheit – gemeinsam. Kooperationstagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS), Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi), Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS) und der Deutschen Gesellschaft für Public Health (DGPH)

08.09. - 13.09.2024, Dresden

Wie geht es alten und hochaltrigen Menschen in Deutschland? Untersuchungsergebnisse zu Körpergröße und Gewicht, Medikamentenanwendung, Blutdruck, Kognition und Greifkraft aus der Studie Gesundheit 65+ des Robert Koch-Instituts

Meeting Abstract

  • Judith Fuchs - Robert Koch-Institut, Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, Berlin, Germany
  • Beate Gaertner - Robert Koch-Institut, Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, Berlin, Germany
  • Anja Schienkiewitz - Robert Koch-Institut, Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, Berlin, Germany
  • Giselle Sarganas - Robert Koch-Institut, Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, Berlin, Germany
  • Hanne Neuhauser - Robert Koch-Institut, Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, Berlin, Germany

Gesundheit – gemeinsam. Kooperationstagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS), Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi), Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS) und der Deutschen Gesellschaft für Public Health (DGPH). Dresden, 08.-13.09.2024. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2024. DocAbstr. 389

doi: 10.3205/24gmds887, urn:nbn:de:0183-24gmds8875

Published: September 6, 2024

© 2024 Fuchs et al.
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Text

In Deutschland wird, ähnlich wie in vielen anderen Ländern, der Anteil älterer und hochaltriger Menschen in der Bevölkerung aufgrund der steigenden Lebenserwartung und niedriger Geburtenraten weiter zunehmen [1]. Damit ist der Gesundheitszustand der älteren Bevölkerung ein hochrelevantes Thema für die Public Health-Forschung. Das komplexe Konstrukt der Gesundheit im Alter kann am besten auf der Grundlage eines erweiterten methodischen Ansatzes mit kombinierten Befragungs-, Interview- und Messdaten und der Verknüpfung mit externen Datenquellen abgebildet werden, was mit der epidemiologische Längsschnittstudie Gesundheit 65+ des Robert Koch-Instituts (RKI), gefördert durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG), umgesetzt wurde.

Gesundheit 65+ ergänzt das kontinuierliche bundesweite Gesundheitsmonitoring des RKI durch ein erprobtes Studiendesign (u. a. Auswahl verschiedener Teilnahmemöglichkeiten bezüglich des Befragungsmodus oder Proxy-Interviews), das auch älteren Menschen mit körperlichen und kognitiven Beeinträchtigungen die Teilnahme ermöglicht [2]. Damit ist eine bevölkerungsrepräsentative Daten- und Informationsgrundlage für Ältere und Hochaltrige geschaffen, um Veränderungen in ihrer gesundheitlichen Bedarfslage im Verlauf eines Jahres oder Trends in zukünftigen Erhebungen zu erkennen.

Die Studienteilnehmenden wurden im Zeitraum von Juni 2021 bis April 2023 insgesamt vier Mal befragt und zeitgleich zur dritten Nachbefragung zu einem festgelegten Programm von Messungen im Hausbesuch eingeladen. An der Basisbefragung beteiligten sich insgesamt 3.694 Personen im Alter von 65 bis 100 Jahren, die Responserate betrug 30,9%. Messdaten aus dem Hausbesuch, der etwa ein Jahr nach der Basisbefragung erfolgte, liegen von 1.493 Personen vor. Die dabei zum Einsatz kommenden standardisierten Untersuchungen und Tests wurden in vorausgegangen bundesweiten Surveys des RKI oder anderen Vorgängerstudien erprobt. Im Symposium werden dabei Ergebnisse auf der Basis folgenden Messungen vorgestellt:

Anthropometrie: Zur Quantifizierung von Übergewicht und Adipositas wurden Körpergröße und -gewicht zur dritten Nachbefragung erfragt und standardisiert gemessen. Unterschiede zwischen Selbstangaben und Messwerten für Körpergröße und -gewicht sowie Angaben zur Häufigkeit in der älteren Bevölkerung werden dargestellt.

Medikamente: Sämtliche in den letzten 7 Tagen verwendete Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel wurden elektronisch erfasst. Angaben zur Häufigkeit von Polypharmazie und potenziell inadäquater Medikation werden vorgestellt.

Blutdruck: Mit Hilfe der standardisierten Blutdruckmessungen können, auch in Kombination mit den erfassten Angaben zur Arzneimitteleinnahme, Aussagen über die Prävalenz und die Kontrolle von Bluthochdruck in der älteren Bevölkerung gemacht werden.

Kognition: „Gesundes kognitives Altern“ spielt eine Schlüsselrolle für gesundes Älterwerden und ist Grundlage für eine unabhängige Lebensführung. Zur Erfassung der kognitiven Leistungsfähigkeit wurden zwei standardisierte Tests zur Messung des Gedächtnisses und der exekutiven Funktion verwendet.

Greifkraft: Die gemessene Handgreifkraft ist ein objektiver Indikator für den Gesundheitszustand und gilt als prognostischer Faktor für zukünftige gesundheitliche Einschränkungen wie Behinderung, Muskelschwäche, Verlust der Selbständigkeit und erhöhte Sterblichkeit. Die Angabe einer zu geringen Handgreifkraft ist eine wesentliche Komponente für die Definition von Gebrechlichkeit und Sarkopenie.

Anhand der Messungen lassen sich in Zusammenhang mit Faktoren wie Altersgruppe, Geschlecht oder Bildung Aussagen zu besonders betroffenen Personengruppen treffen, die wiederum Anhaltspunkte für die Entwicklung von Präventionsmaßnahmen liefern.

  • Dr. Judith Fuchs: Einführung in die Studie Gesundheit 65+
  • Dr. Anja Schienkiewitz: Körpergröße und -gewicht im Alter. Gemessene und selbstberichtete Ergebnisse aus der Studie Gesundheit 65+
  • Dr. Giselle Sarganas: Polypharmazie und potenziell inadäquate Medikation im Alter. Ergebnisse aus der Studie Gesundheit 65+
  • PD Dr. Hannelore Neuhauser, Julia Büschges: Bluthochdruck im Alter. Ergebnisse aus der Studie Gesundheit 65+
  • Dr. Beate Gaertner: Kognitive Funktionsfähigkeit im Alter. Ergebnisse aus der Studie Gesundheit 65+
  • Dr. Judith Fuchs: Verringerte Greifkraft im Alter. Ergebnisse aus der Studie Gesundheit 65+
  • Ausblick und Diskussion

Die Autoren geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Die Autoren geben an, dass ein positives Ethikvotum vorliegt.


Literatur

1.
Statistisches Bundesamt (Destatis). Ergebnisse der 15. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung. Wiesbaden; 2023. Available from: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Bevoelkerungsvorausberechnung/Tabellen/variante-1-2-3-altersgruppen.html External link
2.
Fuchs J, Gärtner B, Perlitz H, Kuttig T, Klingner A, Baumert J, et al. Studie zur Gesundheit älterer Menschen in Deutschland (Gesundheit 65+): Zielsetzung, Konzeption und Durchführung. Journal of Health Monitoring. 2023;(3):66-90.