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Gesundheit – gemeinsam. Kooperationstagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS), Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi), Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS) und der Deutschen Gesellschaft für Public Health (DGPH)

08.09. - 13.09.2024, Dresden

Retrospektive Bewertung der Vorbereitung auf die Geburt und das Wochenbett – ausgewählte Ergebnisse des NRW-Gesundheitssurveys 2023

Meeting Abstract

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  • Brigitte Borrmann - Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG.NRW), Bochum, Germany
  • Jonas Weidtmann - Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG.NRW), Bochum, Germany

Gesundheit – gemeinsam. Kooperationstagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS), Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi), Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS) und der Deutschen Gesellschaft für Public Health (DGPH). Dresden, 08.-13.09.2024. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2024. DocAbstr. 1101

doi: 10.3205/24gmds615, urn:nbn:de:0183-24gmds6153

Published: September 6, 2024

© 2024 Borrmann et al.
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Einleitung: Für Schwangere gibt es neben zahlreichen Empfehlungen für eine gesunde Lebensweise auch eine Vielzahl von Angeboten zur Geburtsvorbereitung. Es fehlt jedoch an Theoriebasierung und wissenschaftlicher Evidenz im Hinblick auf den Nutzen der Maßnahmen für den Geburtsprozess und das Geburtserleben sowie auf Gesundheit und Wohlbefinden von Mutter und Kind (Gagnon & Sandall 2007). Der NRW-Gesundheitssurvey war im Jahr 2023 schwerpunktmäßig auf Erfahrungen und Einschätzungen zu den Rahmenbedingungen rund um die Geburt ausgerichtet, ein Teilbereich der Befragung bezog sich dabei auf verschiedene Aspekte der Schwangerenbetreuung und Geburtsvorbereitung.

Methodik: Am NRW-Gesundheitssurvey 2023 beteiligten sich 1203 Männer und 998 Frauen, darunter 716 Mütter im Alter von 26 bis 49 Jahren. Diese Gruppe wurde u.a. zu ihren Erfahrungen rund um die Geburt des ersten Kindes befragt. Die Geburt lag zum Zeitpunkt der Befragung im Durchschnitt ca. 12 Jahre zurück. Als Grundgesamtheit diente die deutschsprachige Wohnbevölkerung in Privathaushalten. Um die Repräsentativität der Stichprobe zu erhöhen, wurde eine nachträgliche Gewichtung anhand der Merkmale Alter, Geschlecht, Bildung und BIK-Regionsgrößenklasse vorgenommen.

Ergebnisse: Von den befragten Müttern hatten 73 % in der ersten (ausgetragenen) Schwangerschaft an einem Geburtsvorbereitungskurs teilgenommen. Die Teilnahme wurde von 75 % dieser Frauen im Nachhinein als hilfreich in Bezug auf den Umgang mit möglichen Ängsten im Zusammenhang mit der Geburt bewertet. Auch die Vorbereitung auf die Abläufe während der Geburt wurde überwiegend als hilfreich bewertet (77 % Zustimmung). Die Vorbereitung auf die Zeit nach der Geburt empfanden 59 % der Mütter als hilfreich, die Vorbereitung auf das Stillen lediglich 28 %.

Fast jede sechste befragte Mutter hatte nach eigener Angabe während der Schwangerschaft geraucht. Etwa einem Viertel dieser Gruppe wurde in der Frauenarztpraxis Unterstützung für den Rauchstopp angeboten. 24 % aller befragten Mütter hätten sich insgesamt mehr persönliche Begleitung durch Fachkräfte in der Schwangerschaft gewünscht.

Schlussfolgerungen: In Bezug auf ausreichende und geeignete Maßnahmen zur Vorbereitung von Schwangeren auf die Geburt und die ersten Monate danach gibt es nach wie vor eine Forschungslücke. Die Erfahrungen der Mütter sind heterogen und nicht immer positiv. Insbesondere Maßnahmen zur Vorbereitung auf die Zeit nach der Geburt sollten gezielt evaluiert und weiterentwickelt werden.

Die Autoren geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Die Autoren geben an, dass kein Ethikvotum erforderlich ist.