Article
Geschlechtsspezifische Ernährungsmuster und soziales Verhalten bei Personen mit niedrigem kardiovaskulären Risikoprofil
Search Medline for
Authors
| Published: | September 6, 2024 |
|---|
Outline
Text
Ernährungs- und Sozialverhalten sind modifizierbare Risikofaktoren, die Gesundheit beeinflussen. Bislang ist wenig darüber bekannt, wie das Sozialverhalten mit gesundheitsbezogenen Ernährungsmustern zusammenhängt. In dieser Querschnittsstudie wurde der Zusammenhang zwischen Ernährungsmustern und sozialem Verhalten einschließlich Persönlichkeitsmerkmalen wie Selbstkontrolle und Risikobereitschaft, politischen Präferenzen (konservativ, liberal, ökologisch, sozial) und Altruismus (Spendenbereitschaft, Vereinsmitgliedschaft, Zeitdiskontierung) bei Männern und Frauen untersucht. Geschlechtsspezifische Korrelationsanalysen wurden durchgeführt, um Zusammenhänge zwischen den Ernährungsmustern und Sozialverhalten zu erforschen. In linearen Regressionsmodellen wurden Zusammenhänge zwischen Ernährungs- und Sozialverhaltensmustern analysiert. Geschlechtsspezifische Unterschiede wurden durch eine Interaktionsanalyse für jedes Element des Sozialverhaltens gemessen. Die Stichprobe der Studie bestand aus N = 102 Personen mit niedrigem Risiko. Die Analysen zeigten, dass ein niedriger HEI-Wert sowohl bei Frauen als auch bei Männern mit einem höheren BMI korreliert war.
Bei Männern gab es eine positive Korrelation zwischen einem höheren MEDAS-Wert und einer hohen Einschätzung der eigenen Fähigkeiten, der Selbstkontrolle und der Präferenz für die Umweltpolitik. Eine negative Korrelation wurde zwischen Männern mit einer Vorliebe für konservative Politik und MEDAS festgestellt. Der HEI zeigte bei Männern eine positive signifikante Korrelation mit dem Alter. Männliche Teilnehmer ohne Vereinsmitgliedschaft erzielten im HEI signifikant höhere Werte als Nichtmitglieder. Eine negative Korrelation zeigte sich für die Zeitdiskontierung bei Männern. Lineare Regressionsmodelle zeigten sowohl für HEI als auch für MEDAS positive Zusammenhänge zwischen der Präferenz für Umweltpolitik und Ernährung. Wenn man jedoch davon ausgeht, dass Personen mit einer Präferenz für Umweltpolitik verantwortungsvoll handeln, deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass ökologisches Verhalten bei Personen mit geringem Risiko zumindest teilweise eine gesunde Ernährung bestimmen könnte. Darüber hinaus wurden Ernährungsmuster wie einen höheren Alkoholkonsum bei Männern oder einen höheren Verzehr von Butter, Margarine und Sahne bei Frauen beobachtet, die darauf hindeuteten, dass Frauen und Männer möglicherweise einen unterschiedlichen Bedarf an einer besseren Ernährung haben. Weitere Forschung ist notwendig, um besser zu verstehen, wie soziales Verhalten und persönliche Vorlieben die Ernährung beeinflussen und damit die Gesundheit fördern können.
Die Ergebnisse dieser Studie bilden die Grundlage für Strategien, mit denen bei Personen mit niedrigem kardiovaskulärem Risikoprofil erste Veränderungen des Gesundheitsverhaltens erreicht werden können.
Die Autoren geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Die Autoren geben an, dass kein Ethikvotum erforderlich ist.
Diese Studie wurde bereits in NUTRIENTS publiziert [1]. Jedoch wurde dieser Abstrakt auf Deutsch in dieser Zusammensetzung nirgendswo veröffentlicht.

