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Gesundheit – gemeinsam. Kooperationstagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS), Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi), Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS) und der Deutschen Gesellschaft für Public Health (DGPH)

08.09. - 13.09.2024, Dresden

Konzeption zur Messung der Community Disaster Resilience im Rahmen des Projekts LifeGRID. Vulnerabilität und Resilienz der Bevölkerung in Katastrophen wie Überschwemmungen und länger anhaltendem Stromausfall

Meeting Abstract

  • Robin Battenberg - Jade Hochschule, Abt. Technik und Gesundheit für Menschen, Campus Oldenburg, Oldenburg, Germany
  • Doris Palm - Jade Hochschule, Abt. Technik und Gesundheit für Menschen, Campus Oldenburg, Oldenburg, Germany
  • Laura-Helen Klein - Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen e.V., Bremen, Germany
  • Dirk Gansefort - Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen e.V., Bremen, Germany
  • Frauke Koppelin - Jade Hochschule, Abt. Technik und Gesundheit für Menschen, Campus Oldenburg, Oldenburg, Germany

Gesundheit – gemeinsam. Kooperationstagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS), Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi), Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS) und der Deutschen Gesellschaft für Public Health (DGPH). Dresden, 08.-13.09.2024. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2024. DocAbstr. 823

doi: 10.3205/24gmds476, urn:nbn:de:0183-24gmds4766

Published: September 6, 2024

© 2024 Battenberg et al.
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Text

Einleitung: Aktuelle globale Ereignisse, wie die COVID-19 Pandemie, Extremwetterereignisse sowie zivile und militärische Konflikte führen zunehmend dazu, dass Bevölkerungsgruppen verstärkt in die Bewältigung von Krisensituationen eingebunden sind. Diese Ereignisse haben weltweit die Diskussion über die Stärkung der Resilienz von Gemeinschaften angestoßen. Die Bevölkerungsresilienz in Katastrophensituationen bezieht sich darauf, wie sich soziale Systeme gegen extreme Belastungen behaupten und weiterentwickeln können [1].

Angesichts dieser Herausforderungen gewinnt die Public Health-Perspektive zunehmend an Bedeutung, da sie nicht nur die physische Gesundheit, sondern auch die soziale und psychische Widerstandsfähigkeit von Gemeinschaften berücksichtigt. Die Community Disaster Resilience (Resilienz von Gemeinschaften in Katastrophensituationen) wird im BMBF geförderten Projekt LifeGRID (Förderrichtlinie SifoLIFE) als ein zentraler Fokus für geplante Maßnahmen und Erhebungen zugrunde gelegt. In diesem Zuge wird im Projektzeitraum (10/2023 – 10/2027) die Bevölkerung in der Modellregion sensibilisiert und hinsichtlich ihrer Resilienz auf systemischer Ebene gestärkt. Welche Veränderungen in der Resilienz diverser Bevölkerungsgruppen und besonders vulnerabler Personengruppen zeigen sich im Verlauf des Projektes? Diese Frage soll mittels des selbst entwickelten Resilienzmonitors beantwortet werden. Ziel ist die Evaluation des Verlaufs der Resilienz innerhalb der Bevölkerung einer Modellregion zu drei Messzeitpunkten.

Methoden: Aufbauend auf eine umfassende Literaturrecherche wurden relevanten Konzepte und Indikatoren identifiziert. Anschließend erfolgte die Zusammenstellung eines Konzeptionsrahmens, der verschiedene Dimensionen der Resilienz berücksichtigt.

Dazu wurde ein eigenes Befragungsinstrument (Online und Paper-Pencil) entwickelt, das die Katastrophenvulnerabilität und -resilienz von Bewohner*innen ab 16 Jahren der Modellregion abbildet. Im Vortrag wird die sechswöchige Befragung zu t0 (April/Mai 2024) im Landkreis Wesermarsch präsentiert.

Ergebnisse: Im Vortrag werden Ergebnisse über den Aufbau und die Konzeption des Resilienzmonitors vorgestellt sowie erste Ergebnisse aus der Befragung t0. Im Zentrum des Vortrags stehen Zugang, Erreichbarkeit und Akzeptanz der Bevölkerung in der Modellregion sowie der Abgleich der soziodemographischen Daten der Einwohner*innen mit den Befragungsergebnissen. Dabei werden u.a. die Altersstruktur, Pflegebedürftigkeit, Einkommensverhältnisse unter dem Aspekt der Repräsentativität der Stichprobe in den Fokus genommen.

Schlussfolgerung: Die Konzeption zur Messung der Community Disaster Resilience im Rahmen des LifeGRID-Projekts stellt einen wichtigen Schritt in Richtung Förderung widerstandsfähiger und bedarfsdiverser Gemeinschaften dar. Der Entwicklung von Präventionsbemühungen sowohl innerhalb der Bevölkerung als auch im Rahmen der Daseinsvorsorge durch Behörden geht eine Erhebung des Ausmaßes von Vulnerabilität und Resilienz voraus. Dabei gilt es, die Diversität des Systems der Bevölkerung und auch besonders vulnerabler Personengruppen systematisch zu berücksichtigen. Insbesondere Menschen, die bereits im Alltag auf pflegerische, medizinische oder andere spezielle Unterstützung angewiesen sind, finden in der Erhebung besondere Berücksichtigung. Es ist entscheidend, die Bedürfnisse dieser stark wachsenden Personengruppen herauszuarbeiten und auch für die Akteur*innen in Katastrophenschutz und Kritischer Infrastruktur sichtbar zu machen, um eine umfassende und inklusive Strategie in der Katastrophenbewältigung zu gewährleisten [2].

Die Autoren geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Die Autoren geben an, dass ein positives Ethikvotum vorliegt.


Literatur

1.
Beerlage I. Resilienz von Gemeinschaften, Städten und Gemeinwesen/Community Resilience. 1 Hintergründe, Verständnis und Modelle [cited 2023 Nov 03]. In: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Hrsg. Leitbegriffe der Gesundheitsförderung und Prävention. Glossar zu Konzepten, Strategien und Methoden [Internet]. Available from: https://leitbegriffe.bzga.de/alphabetisches-verzeichnis/resilienz-von-gemeinschaften-staedten-und-gemeinwesen-community-resilience-1-hintergruende-verstaendnis-und-modelle/ External link
2.
Krüger M, Max M. Resilienz im Katastrophenfall. Konzepte zur Stärkung von Pflege- und Hilfsbedürftigen im Bevölkerungsschutz. 1. Aufl. Bielefeld; 2019.