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Gesundheit – gemeinsam. Kooperationstagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS), Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi), Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS) und der Deutschen Gesellschaft für Public Health (DGPH)

08.09. - 13.09.2024, Dresden

Vermeidbarer Risikofaktor für Hautkrebs: Die zeitliche Entwicklung der Nutzungsprävalenz von Solarien in Deutschland

Meeting Abstract

  • Katharina Diehl - Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen, Germany
  • Eckhard W. Breitbart - Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V., Buxtehude, Germany
  • Yvonne de Buhr - Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V., Buxtehude, Germany
  • Tatiana Görig - Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen, Germany

Gesundheit – gemeinsam. Kooperationstagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS), Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi), Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS) und der Deutschen Gesellschaft für Public Health (DGPH). Dresden, 08.-13.09.2024. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2024. DocAbstr. 50

doi: 10.3205/24gmds366, urn:nbn:de:0183-24gmds3665

Published: September 6, 2024

© 2024 Diehl et al.
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Text

Hintergrund: Im Jahr 2009 wurden Solarien von der International Agency for Research on Cancer (IARC) als krebserregend für den Menschen eingestuft, weshalb manche Länder wie Australien den Betrieb von öffentlichen Solarien komplett untersagt haben. In Deutschland wie in weiteren westlichen Industrienationen werden sie jedoch weiterhin genutzt, insbesondere mit dem Ziel der Attraktivitätssteigerung. Ziel dieser Arbeit war es, den zeitlichen Trend in der Nutzung von Solarien in Deutschland für den Zeitraum 2015 bis 2022 unter Einbeziehung von Daten zu n=28.000 Personen abzubilden.

Methoden: Es wurden Daten aller acht repräsentativen Wellen des Nationalen Krebshilfe-Monitorings (NCAM) herangezogen. Erhoben wurden die 12-Monats-Prävalenz der Nutzung, der Ort der Letztnutzung sowie das Risikobewusstsein. Für die Jahre 2019 und 2022 wurden die Daten der Befragten gepoolt (n=16.000, 49,2% weiblich, 16-65 Jahre), um detaillierte Auswertungen zu den Nutzergruppen durchführen zu können.

Ergebnisse: Über die Zeit sank die Solariennutzung in Deutschland und betrug im Jahr 2022 5,1%. Dabei stieg die Nutzung von Solarien in Wellnessbereichen, Schwimmbädern, Fitnessstudios und Hotels an, während das klassische Sonnenstudio seltener besucht wurde. Lediglich während der COVID-19-Pandemie ergaben sich hier Abweichungen vom allgemeinen Trend. Das Risikobewusstsein war unter aktuell Solariennutzenden am niedrigsten. Frauen, ältere Personen, Personen mit Migrationshintergrund, Erwerbstätige und Rauchende nutzten eher Solarien als ihre Pendants.

Diskussion: Insbesondere der Trend weg vom klassischen Sonnenstudio hin zu Örtlichkeiten mit Wellness-Bezug ist besorgniserregend, da in letzteren häufig nicht mehr als zwei Solarien betrieben werden und damit qua Gesetz kein Beratungspersonal vor Ort sein muss. Dies kann dazu führen, dass Solarien nicht adäquat bedient werden und Personengruppen, die nach gesetzlichen Bestimmungen kein öffentliches Solarium nutzen sollten (z.B. Personen mit Hauttyp I oder II), sich dennoch – möglicherweise unwissend – im Solarium bräunen. Wichtig erscheint insbesondere die Aufklärung über die möglichen Risiken unter aktuell Nutzenden. Zudem konnten in dieser Subpopulation spezielle Personengruppen für zielgerichtete Präventionsmaßnahmen identifiziert werden.

Die Autoren geben an, dass ein positives Ethikvotum vorliegt.

Der Beitrag wurde bereits publiziert: Poster, 33. Deutscher Hautkrebskongress, 6. bis 9. September 2023, Hamburg [1]


Literatur

1.
Diehl K, Breitbart EW, Görig T. Solariennutzung in Deutschland: Repräsentative Trenddaten des Nationalen Krebshilfe-Monitorings (NCAM) für die Jahre 2015 bis 2022 [Poster 33. Deutscher Hautkrebskongress]. J Dtsch Dermatol Ges. 2023;21(Suppl. 4):124.
2.
Diehl K, Breitbart EW, de Buhr Y, Görig T. Tanning bed use in Germany between 2015 and 2022: Representative data of 28,000 individuals on indoor tanning, risk awareness and reasons for use. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2024 Apr;38(4):732-740. DOI: 10.1111/jdv.19744 External link
3.
Diehl K, Breitbart EW, de Buhr Y, Schneider S, Görig T. Shift in place of tanning bed use from tanning salons to spa, fitness, and beauty facilities: A trend perspective. Photodermatol Photoimmunol Photomed. 2022;38(1):83-5. DOI: 10.1111/phpp.12711 External link
4.
Diehl K, Görig T, Greinert R, Breitbart EW, Schneider S. Trends in Tanning Bed Use, Motivation, and Risk Awareness in Germany: Findings from Four Waves of the National Cancer Aid Monitoring (NCAM). Int J Environ Res Public Health. 2019;16(20):3913. DOI: 10.3390/ijerph16203913 External link