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Nach vorne sehen in der Pflege – mit dem Projekt „Weitblick“
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| Published: | September 6, 2024 |
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Hintergrund: Mit Blick auf die aktuelle Versorgungslage und die demografische Entwicklung ist es gesamtgesellschaftlich von großer Bedeutung, möglichst viele und insbesondere ältere Pflegekräfte im Erwerbsleben und im Beruf zu halten. Bei Pflegefachpersonen ist das Risiko für einen Frühausstieg aus dem Erwerbsleben überdurchschnittlich hoch [1]. Frühere Untersuchungsergebnisse deuten darauf hin, dass neben der Gesundheit und einer hohen Arbeitslast unter anderem auch motivationale Aspekte über einen Verbleib im Erwerbsleben entscheiden können [2]. Der Wunsch nach dem frühen Erwerbsausstieg ist bei Pflegefachpersonen stärker ausgeprägt als in den meisten anderen Berufsgruppen [2]. Dabei bedeutet älteren Beschäftigten ihre Arbeit meistens sehr viel [2]. Sie erhalten allerdings seltener als jüngere Kolleginnen und Kollegen motivationale Anreize, wie u.a. Angebote, ihre Laufbahn zu planen und die bevorstehenden Arbeitsjahre bewusst zu gestalten [3]. Hier setzt das Interventionsprojekt „WEITBLICK“ an.
Untersuchungsgegenstand: Vorgestellt wird ein begonnenes Interventionsvorhaben zur Laufbahngestaltung von Pflegefachpersonen in der späten Erwerbsphase. Ziel des Projektes ist es, zu untersuchen, ob ein an der Erwerbsmotivation orientiertes duales Counseling der Beschäftigten und Führungskräfte im Setting der Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen zu besserer Gesundheit, Arbeitsfähigkeit und Motivation älteren Pflegepersonals führt. Das Projekt basiert auf den Projekterfahrungen und dem Projektdesign des dänischen Projekts „en3karriere“(www.en3karriere.dk) sowie auf Ergebnissen der von unserem Lehrstuhl geleiteten „lidA“-Studie (leben in der Arbeit, www.lida-studie.de). In dieser repräsentativen Studie werden seit 2011 mehrere tausend ältere Beschäftigte deutschlandweit zu Arbeit, Alter und Gesundheit befragt. Aktuelle Ergebnisse dieser Studie fließen als Referenzwerte in die Evaluation der Maßnahmen ein. Das Counseling erfolgt theoriegeleitet und unter Nutzung erprobter Methoden, u. a. Mentales Kontrastieren [4] und Interventions-Mapping [5].
Die Autoren geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Die Autoren geben an, dass ein positives Ethikvotum vorliegt.
Literatur
- 1.
- Barmer. Barmer Pflegereport 2020: Belastungen der Pflegekräfte und ihre Folgen. Berlin; 2020. (Schriftenreihe zur Gesundheitsanalyse; 26).
- 2.
- Hasselhorn HM. Medizinische Berufe beim Übergang von der Arbeit in den Ruhestand. In: Hofmann F, Reschauer G, Stössel U, editors. Arbeitsmedizin im Gesundheitsdienst. 34th ed. Freiburg im Breisgau: FFAS; 2020. p. 58-66.
- 3.
- Hirschi A, Dandan P. Career Development of Older Workers and Retirees. In: Brown S, Lent R, editors. Career Development and Counseling. Hoboken, New Jersey: Wiley; 2020. p. 437-69.
- 4.
- Krott NR, Marheinecke R, Oettingen G. Mentale Kontrastierung und WOOP fördern Einsicht und Veränderung. In: Rietmann S, Deing P, editors. Psychologie der Selbststeuerung. Wiesbaden: Springer; 2019. p. 187-212.
- 5.
- Bartholomew Eldredge L, Markham CM, Ruiter RA, Fernández ME, Kok G, Parcel GS. Planning Health Promotion Programs: An Intervention Mapping Approach. 4. ed. JOSSEY-BASS/Wiley; 2016.
