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Studienprotokoll: Charakteristika eines erfolgreichen Wahltracks – Lehrendenenthusiasmus und Studentisches Interesse
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| Published: | July 30, 2024 |
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Fragestellung/Zielsetzung: Der Wahlpflichtbereich soll im Medizinstudium verschiedene Funktionen erfüllen, von der Individualisierung über das Abbilden von Spezialbereichen bis hin zur Nachwuchsakquise. Ihm wird ??im Referentenentwurf der ÄApprO ein Umfang von 20% des Medizinstudiums zugeordnet? [1]?, jedoch gibt es nur wenig Daten zu Auswahl, Design, Implementierung und Effekt des Wahlpflichtbereichs. Im Augsburger Modellstudiengang Humanmedizin können Studierende ab dem WiSe 2024/25 einen von fünf Wahltracks wählen. Wahltracks sind hier integrativ geplante und longitudinal aufeinander aufbauende Curricula von 12 Semesterwochenstunden in den Studienjahren 3-5. Alternativ können sie aus unabhängigen Wahlfächern im gleichen Umfang wählen.
Im vorliegenden Studienprotokoll werden wir die motivationalen Aspekte des Auswahlprozesses und des Lehrens und Lernens im Wahltrack adressieren.
- Auswahl: Für freie Wahlfächer ist beschrieben, dass Studierende vor allem medizinnahe Wahlfächer und Sprachkurse wählen und dabei eine Präferenz für als einfach eingeschätzte Wahlfächer zeigen [2]?. Dies könnte bei Wahltracks, die eine Verpflichtung für einen längeren und erheblichen Teil des Studiums darstellen, unterschiedlich sein.
- Lehren und Lernen: Basierend auf der Self-Determination Theory (SDT) nach Deci und Ryan in Anwendung auf die Medizin [3]? vermuten wir, dass Wahltracks über Autonomie, Kompetenzerleben und soziale Eingebundenheit im Besonderen die intrinsische Motivation der Studierenden (und Lehrenden) aufrechterhalten und fördern.
Daraus leiten wir folgende Forschungsfragen ab:
- Welche Motive beeinflussen Entscheidungen von Studierenden bei der Auswahl eines Wahltracks oder Wahlfachs?
- Wie sind Lehrmotivation und -enthusiasmus der Lehrenden in einem Wahltrack beim Lehren ausgeprägt und wie entwickeln sie sich im Verlauf?
- Wie sind Motivation und Interesse von Studierenden in den Wahltracks im Vergleich mit den Wahlfächern ausgeprägt und wie entwickeln sie sich im Verlauf?
- Tragen diese Faktoren zur Studienzufriedenheit bei?
- Hat die Teilnahme an einem Wahltrack einen Einfluss auf zukünftig antizipierte Entscheidungen der Studierenden hinsichtlich ihrer klinischen/wissenschaftlichen Laufbahn?
Methoden: Lehrende und Studierende in Wahltracks und -fächern werden im Rahmen einer prospektiven, offenen Mixed-Methods Studie zu 3 bzw. 4 Zeitpunkten mittels quantitativer (validierte Fragebögen) und qualitativer (Fokusgruppen) Methoden zu den o.g. Forschungsfragen befragt (siehe Abbildung 1 [Abb. 1]).
Ergebnisse: Im Rahmen der Konferenz werden die Wahltracks sowie die geplante Begleitforschung, welche ab dem Wintersemester 24/25 umgesetzt wird, vorgestellt.
Diskussion: Ein Wahltrackkonzept kann ein wichtiger Baustein der Neigungsorientierung im Medizinstudium der Zukunft sein. Unsere Begleitforschung wird zur Beantwortung der Frage beitragen, wie interessengeleitetes Lernen möglichst erfolgreich gestaltet werden kann.
Literatur
- 1.
- Bundesministerium für Gesundheit. Referentenentwurf: Verordnung zur Neuregelung der ärztlichen Ausbildung: Überarbeiteter Referentenentwurf 15.06.2023. Berlin: Bundesministerium für Gesundheit; 2023. Zugänglich unter/available from: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Gesetze_und_Verordnungen/GuV/A/AEApprO_RefE_ueberarbeitet.pdf
- 2.
- Daly C, Last J. An analysis of free-choice electives in an undergraduate medical degree. BMC Med Educ. 2017;17(1):113. DOI: 10.1186/s12909-017-0955-7
- 3.
- Ten Cate TJ, Kusurkar RA, Williams GC. How self-determination theory can assist our understanding of the teaching and learning processes in medical education. AMEE guide No. 59. Med Teach. 2011;33(12):961-973. DOI: 10.3109/0142159X.2011.595435
