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Gemeinsame Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA) und des Arbeitskreises zur Weiterentwicklung der Lehre in der Zahnmedizin (AKWLZ)

05.08. - 09.08.2024, Freiburg, Schweiz

Erste Schritte der Curriculumsentwicklung für eine fachspezifische Weiterbildung für die psychosomatische Pflege

Meeting Abstract

  • presenting/speaker Svenja Hummel - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik, Heidelberg, Deutschland
  • Yvonne Ortmeier - Schön Klinik Roseneck, Deutschland
  • Christoph Hansjakob - Schön Klinik Roseneck, Deutschland
  • Nathalie Assenheimer - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik, Heidelberg, Deutschland
  • Constantin Puy - Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara Halle (Saale) GmbH, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Halle (Saale), Deutschland
  • Simone Kneer-Weidenhammer - DGPM Fortbildungsakademie gGmbH, Deutschland
  • Götz Berberich - Klinik Windach Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Deutschland
  • Hans-Christoph Friederich - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik, Heidelberg, Deutschland
  • Jobst-Hendrik Schultz - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik, Heidelberg, Deutschland

Gemeinsame Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA) und des Arbeitskreises zur Weiterentwicklung der Lehre in der Zahnmedizin (AKWLZ). Freiburg, Schweiz, 05.-09.08.2024. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2024. DocP-4-07

doi: 10.3205/24gma179, urn:nbn:de:0183-24gma1798

Published: July 30, 2024

© 2024 Hummel et al.
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Outline

Text

Hintergrund: Der Verband psychosomatisch Pflegender in Deutschland e.V. (PsoPD e.V.) und die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) haben eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich der Entwicklung eines Curriculums für eine fachspezifische Weiterbildung für psychosomatisch Pflegende annimmt.

Fragestellung/Zielsetzung: Mithilfe von Fokusgruppen mit psychosomatisch Pflegenden wurde der Bedarf nach einer fachspezifischen Weiterbildung sowie fachbezogene Wünsche und Anregungen zu deren Umsetzung erhoben. Im nächsten Schritt soll mithilfe einer Delphi Studie in zwei Runden die Evaluation des ersten Entwurfs des kompetenzbasierten Lernzielkatalogs (LZK), als Grundlage für das Curriculum, erfolgen.

Methoden: Es wurden Fokusgruppen mit psychosomatischen Pflegekräften aus psychosomatischen Kliniken in Deutschland durchgeführt und mithilfe einer thematischen Analyse nach Braun und Clark [1] qualitativ ausgewertet. Die Delphi Studie wird online mit Fachpersonal und Patienten*innen in zwei Runden durchgeführt. Hierbei werden die qualitativen Antworten aus den Freitextfeldern mittels thematischer Analyse und die quantitativen Items mittels deskriptiver Analyse ausgewertet.

Ergebnisse: Die Auswertung der Fokusgruppen lässt auf einen hohen Bedarf hinsichtlich einer anerkannten und mit finanziellen Anreizen einhergehenden, fachspezifischen Weiterbildung schließen. Gründe hierfür sind z.B. die besonderen Anforderungen der psychosomatischen Pflege, die Abgrenzung zur Psychiatrie und die Notwendigkeit zur Qualitätssicherung. Von der Delphi Studie erwarten wir uns in der ersten Runde eine Rückmeldung zum generellen Aufbau des LZK sowie zu den einzelnen Lernzielen, beispielsweise hinsichtlich deren Prüfbarkeit und Relevanz. Erste Ergebnisse werden auf der Tagung präsentiert werden.

Diskussion: Um das Curriculum im Sinne einer anerkannten Fachweiterbildung umzusetzen, die mit der bereits bestehenden Fachweiterbildung für die psychiatrische Pflege vergleichbar ist, müssen die Richtlinien der Deutschen Krankenhausgesellschaft für den theoretischen und praktischen Unterricht eingehalten werden (vgl. [2]). Weiterhin ist eine klare Abgrenzung zur psychiatrischen Pflege und damit die Verdeutlichung der Notwendigkeit für eine eigenständige Fachweiterbildung für die psychosomatische Pflege von Relevanz. Ein erster Entwurf des kompetenzbasierten LZK macht die Lehrinhalte deutlich und bildet die Grundlage für ein eigenständiges fachspezifisches Curriculum (vgl. [3]). Die Umsetzung des Curriculums sollte vor diesem Hintergrund hinsichtlich Zeitumfang und Lehrformaten unter Berücksichtigung eines adäquaten Verhältnisses zwischen beabsichtigtem Nutzen und aufzubringenden finanziellen Mittel realisiert werden.


Literatur

1.
Braun V, Clarke V. Using thematic analysis in psychology. Qual Res Psychol. 2006;3(2):77-101. DOI: 10.1191/1478088706qp063oa External link
2.
Deutsche Krankenhausgesellschaft. 2023. DKG-Empfehlungen zur pflegerischen Fachweiterbildung. Berlin: Deutsche Krankenhausgesellschaft; 2023. Zugänglich unter/available from: https://www.dkgev.de/themen/personal-weiterbildung/aus-und-weiterbildung-von-pflegeberufen/pflegerische-weiterbildung/ External link
3.
Thomas PA, Kern DE, Hughes MT, Tackett SA, Chen BY, editors. Curriculum Development for Medical Education: A Six-Step Approach. 4th ed. Baltimore: Johns Hopkins University Press; 2022.