gms | German Medical Science

Gemeinsame Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA) und des Arbeitskreises zur Weiterentwicklung der Lehre in der Zahnmedizin (AKWLZ)

05.08. - 09.08.2024, Freiburg, Schweiz

Anamnesegespräche üben und vertiefen – Pilot-Projekt im Rahmen der Weiterentwicklung des Freiburger Curriculums Kommunikation

Meeting Abstract

  • presenting/speaker Noa Behrendt - Albert-Ludwigs-Universität, Institut für Allgemeinmedizin, Freiburg, Deutschland
  • Selma Göller - Albert-Ludwigs-Universität, Institut für Allgemeinmedizin, Freiburg, Deutschland
  • Andy Maun - Albert-Ludwigs-Universität, Institut für Allgemeinmedizin, Freiburg, Deutschland
  • Uta Zipfel - Albert-Ludwigs-Universität, Institut für Allgemeinmedizin, Freiburg, Deutschland
  • Götz Fabry - Albert-Ludwigs-Universität, Institut für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie, Freiburg, Deutschland
  • Jonathan Ahles - Albert-Ludwigs-Universität, Studiendekanat der Medizinischen Fakultät, Freiburg, Deutschland

Gemeinsame Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA) und des Arbeitskreises zur Weiterentwicklung der Lehre in der Zahnmedizin (AKWLZ). Freiburg, Schweiz, 05.-09.08.2024. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2024. DocP-4-01

doi: 10.3205/24gma173, urn:nbn:de:0183-24gma1734

Published: July 30, 2024

© 2024 Behrendt et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License. See license information at http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/.


Outline

Text

Fragestellung/Zielsetzung: An der Universität Freiburg wurden Befragungen unter Medizinstudierenden durchgeführt, die aufzeigen, dass ein erhöhter Bedarf an praktischen Kommunikationstrainings besteht. In diesem Zusammenhang sollen patient*innenzentrierte Konsultationsmethoden in das Lehrangebot für Humanmedizinstudierende im vorklinischen Studienabschnitt integriert werden, um die Kommunikationsfähigkeiten frühzeitig zu fördern. Dies fließt in die Weiterentwicklung des Freiburger Curriculums Kommunikation ein, das u.a. in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Psychologie und Soziologie sowie dem Studiendekanat ausgebaut wird. Die Zielgruppe des Projekts sind Studierende der Humanmedizin im vorklinischen Studienabschnitt, mit dem Ziel, ihnen die patient*innenzentrierte Konsultation mittels der 5 Karten-Methode näherzubringen und diese praktisch zu üben (siehe Abbildung 1 [Abb. 1]).

Methoden: An unserem 1,5-stündigen Kommunikationsmodul nehmen 106 Studierende des 2. vorklinischen Semesters teil. Der Fokus des Moduls liegt auf supervidierten Konsultationen und der Reflexion eigener Emotionen im Konsultationsprozess. Es beinhaltet ein Einführungssegment in die patient*innenzentrierte Konsultation mittels der 5 Karten-Methode (siehe Abbildung 1 [Abb. 1]). Die praktische Anwendung erfolgt durch simulierte Konsultationen in Kleingruppen, die von studentischen Tutor*innen geleitet und durch eine ärztliche Supervision unterstützt werden. Als Methoden werden Peer-to-Peer Feedback und die Fenstermethode zur Reflexion eingesetzt. Für die Anmeldung und den Zugriff auf Vorbereitungsmaterialien dient die medicAL-Plattform. Die Studierenden können auf Vorwissen aus Kursen der Medizinischen Psychologie und Soziologie aufbauen. Zur Messung der Effektivität des Moduls dienen verschiedene Fragebögen, die vor und nach dem Modul beantwortet werden.

Ergebnisse: Die Evaluierung eines Kommunikationsworkshops im Wintersemester 23/24 für Humanmedizinstudierende im klinischen Abschnitt, der mit den gleichen Methoden durchgeführt wurde, ergab, dass 99% der Teilnehmenden sich mehr Kommunikationstraining wünschen, 90% die Integration der 5 Karten-Methode im Curriculum befürworten und 87% wünschen, dass diese bereits im vorklinischen Studienabschnitt umgesetzt wird. Langfristig streben wir danach, den Kurs fest im Curriculum zu verankern und planen, die Ergebnisse der Befragung des im Juni 2024 durchzuführenden Kommunikationsmoduls bei der GMA-Tagung vorzustellen.

Diskussion: Es ist zu diskutieren, ob die Studierenden langfristig von der Methode profitieren. Dies könnte durch eine erneute Beantwortung des Fragebogens zu einem späteren Zeitpunkt im Studium, z.B. im Praktischen Jahr, ermittelt werden. Zusätzlich ist es wichtig zu erörtern, wie das in der Vorklinik Erlernte in der klinischen Ausbildung weitergeführt werden kann, beispielsweise durch die Integration eines Kommunikations-OSCE (Objective Structured Clinical Examination).


Literatur

1.
Larsen JH, Neighbour R. Five cards: a simple guide to beginning the consultation. Br J Gen Pract. 2014;64(620):150-151. DOI: 10.3399/bjgp14X677662 External link
2.
Lassen LC. Connections Between the Quality of Consultations and Patient Compliance in General Practice. Fam Pract. 1991;8(2):154-160. DOI: 10.1093/fampra/8.2.154 External link
3.
Nystrup J, Larsen JH, Risør O. Developing communication skills for the general practice consultation process. Sultan Qaboos Univ Med J. 2010;10(3):318-325.