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Gemeinsame Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA) und des Arbeitskreises zur Weiterentwicklung der Lehre in der Zahnmedizin (AKWLZ)

05.08. - 09.08.2024, Freiburg, Schweiz

Interdisziplinäres, hochschuldidaktisches Lehrkonzept für ein Seminar zum Thema Schwangerschafts(abbruch)

Meeting Abstract

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  • presenting/speaker Daniela Schmitz - Universität Witten/Herdecke, Juniorprofessur für Innovative und Digitale Lehr- und Lernformen in der Multiprofessionellen Gesundheitsversorgung, Witten, Deutschland
  • Julia Rinas-Bahl - Universität Witten/Herdecke, Juniorprofessur für Innovative und Digitale Lehr- und Lernformen in der Multiprofessionellen Gesundheitsversorgung, Witten, Deutschland
  • Jan-Hendrik Ortloff - Universität Witten/Herdecke, Juniorprofessur für Innovative und Digitale Lehr- und Lernformen in der Multiprofessionellen Gesundheitsversorgung, Witten, Deutschland

Gemeinsame Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA) und des Arbeitskreises zur Weiterentwicklung der Lehre in der Zahnmedizin (AKWLZ). Freiburg, Schweiz, 05.-09.08.2024. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2024. DocV-26-01

doi: 10.3205/24gma104, urn:nbn:de:0183-24gma1046

Published: July 30, 2024

© 2024 Schmitz et al.
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Fragestellung/Zielsetzung: Es wird das Konzept für ein interdisziplinäres Seminar zum Thema Schwangerschaft(sabbruch) vorgestellt, um aus unterschiedlichen Perspektiven die Debatte für oder gegen eine Schwangerschaft zu betrachten. Innerhalb des Seminars werden ethische, politische, psychologische, soziologische, ökonomische, medizinische Aspekte betrachtet. Die Studierenden sollen durch das Seminar die Möglichkeit erhalten, die Perspektiven zu verstehen und abzugleichen. Zielgruppe sind Studierende an der UW/H aus der Medizin, Zahnmedizin, Pflege, Psychologie und Wirtschaft. Die Studierenden sollen sich intensiv mit den Einflussfaktoren auseinandersetzen, die bei Schwangerschaftsentscheidungen eine Rolle spielen, und mögliche Folgen einer Entscheidung analysieren können.

Lehr-Methoden: Siehe Tabelle 1 [Tab. 1].

Ergebnisse: In Deutschland gibt es keine verpflichtende curriculare Einbettung des Themas. Studierende können ihr Studium und praktische Ausbildung abschließen, ohne einen Abbruch durchgeführt zu haben. Die frauenärztliche Weiterbildungsordnung setzt keine Durchführung von Abbrüchen voraus, eine Leitlinie für die Nachbehandlung existiert nicht. So kommt in der Praxis oft die Ausschabung statt der schonenderen Vakuumaspiration zum Einsatz [1]

Das Konzept wurde in einem interdisziplinären Team in Zusammenarbeit mit der Initiative Medical Students for Choice entwickelt. Die Umsetzung und Evaluation wird mit einem quantitativen Fragebogen mit offenen Fragen zum Herstellen eines Common Ground und Perspektivwechseln erhoben. Die Begleitforschung findet im SoSe 2024 statt.

Diskussion: Die Vermittlung innerhalb einer interdisziplinären Gruppe zeigt das Spannungsfeld zwischen Medizin, Ethik, Recht, Soziologie und Psychologie [2] und erlaubt eine Perspektivenvielfalt und Einnahme unterschiedlicher disziplinärer Perspektiven, die zu multiprofessioneller Zusammenarbeit befähigen können [3]. Jedoch fehlt es an wissenschaftlich fundierten Lehrkonzepten in Deutschland [1]. Das vorliegende Konzept kann über die Erprobung Ansätze für die Übertragbarkeit auf andere Einrichtungen ermöglichen. Über die Lerninhalte und didaktischen Methoden werden Reflexionsprozesse initiierte, die die Studierenden zur Auseinandersetzung mit dem Themenfeld anregen. Medizinstudierende können so eine begründete Haltung zum Schwangerschaftsabbruch für ihre spätere ärztliche Tätigkeit entwickeln.


Literatur

1.
Baier A. Weil das ist halt so ein heißer Brei, den will keiner anfassen. In: Fröhlich M, Schütz R, Wolf K, editors. Politiken der Reproduktion. Bielefeld: transcript Verlag; 2022. p.213-228. DOI: 10.14361/9783839452721-014 External link
2.
Hoffmann P. Schwangerschaftsabbruch: Statistische, Medizinische, Juristische, Soziologische und Psychologische Aspekte. Wiesbaden: Springer; 2017.
3.
Stüwe T. „‚Alles gut’ gibt es nicht!“ Die ärztliche Rolle in Entscheidungsprozessen zu Pränataldiagnostik. In: Fröhlich M, Schütz R, Wolf K, editors. Politiken der Reproduktion. Bielefeld: transcript Verlag; 2022. p.229-242.