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Gemeinsame Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA) und des Arbeitskreises zur Weiterentwicklung der Lehre in der Zahnmedizin (AKWLZ)

05.08. - 09.08.2024, Freiburg, Schweiz

Professionell interprofessionell Lernen – Effektivität eines interprofessionellen, interinstitutionellen Lehr- und Lernformates

Meeting Abstract

  • presenting/speaker Brigitta Spiegel-Steinmann - Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW), Institut für Ergotherapie, Schweiz; University of Konstanz, Department of Psychology, Konstanz, Deutschland
  • Monika Bolliger - Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW), Institut für Public Health, Schweiz; Medizinisch-Wissenschaftliche Fakultät, Private Universität im Fürstentum Liechtenstein (UFL), Triesen, Fürstentum Liechtenstein
  • Jonas Florin - Universität Luzern, Fakultät für Gesundheitswissenschaften und Medizin, Luzern, Schweiz
  • Stefan Gysin - Universität Luzern, Fakultät für Gesundheitswissenschaften und Medizin, Luzern, Schweiz
  • Fabio Knöfler - Hochschule Luzern, Gesundheit, Luzern, Schweiz; Bildung Gesundheit Zentralschweiz (XUND), Schweiz
  • Jasmin Naumann - Bildung Gesundheit Zentralschweiz (XUND), Schweiz
  • Christian Schirlo - Universität Luzern, Fakultät für Gesundheitswissenschaften und Medizin, Luzern, Schweiz

Gemeinsame Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA) und des Arbeitskreises zur Weiterentwicklung der Lehre in der Zahnmedizin (AKWLZ). Freiburg, Schweiz, 05.-09.08.2024. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2024. DocV-24-06

doi: 10.3205/24gma097, urn:nbn:de:0183-24gma0974

Published: July 30, 2024

© 2024 Spiegel-Steinmann et al.
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Text

Fragestellung/Zielsetzung: In Kooperation mit 3 Bildungsinstitutionen wurden zwei eintägige, interprofessionelle Lehrveranstaltungen mit Medizin-, Ergo-, Hebammen-, Physio- und Pflegestudierenden am Ende Ihres Studiums durchgeführt. Im Zentrum stand die geeignete inhaltliche und methodisch-didaktische Ausgestaltung der beiden Tage zur Förderung und Vertiefung interprofessioneller Kompetenzen [1]. Die durchgeführte Projektevaluation hatte zum Ziel, den subjektiven Lernfortschritt bezüglich interprofessioneller Kompetenzbildung sowie professions- oder institutionsabhängige Unterschiede zu untersuchen.

Methoden: Am 1. Modultag lag der Fokus auf Simulationen in interprofessionellen Kleingruppen von Fallbeispielen und Situationen aus verschieden Bereichen der klinischen Praxis. Mit einem zeitlichen Abstand von 3 Wochen wurden am 2. Tag eigene Fallbeispiele aus der Praxis im interprofessionellen Kontext mittels kollegialer Beratung analysiert und reflektiert. Anhand von im Rahmen eines nationalen Forschungsprogramms identifizierten Megatrends [2] wurden Ideen für eine interprofessionelle Gesundheitsversorgung der Zukunft entworfen. Am Ende des 2. Modultages wurden alle Studierenden mittels Interprofessional Collaborative Competencies Attainment Survey (ICCAS) [3] zu verschiedenen Kompetenzdimensionen vor und nach der Intervention schriftlich, anonymisiert befragt. Weiter wurde die Lernzielerreichung für die verschiedenen Ausbildungselemente erhoben und es konnten darüber hinaus weitere eigene Erkenntnisse geschildert werden.

Ergebnisse: Es zeigte sich, dass in allen durch den ICCAS erhobenen Dimensionen (Communication, Collaboration, Roles and responsibilities, Collaborative patient-family centered approach, Conflict management/resolution, Team functioning) die Studierenden einen signifikanten, subjektiven Kompetenzzuwachs erfuhren. Die spezifisch intendierten Lernziele der unterschiedlichen Ausbildungselemente wurden unabhängig von den jeweiligen Professionen subjektiv als gut bis sehr gut erreicht. Die geschilderten Erkenntnisse untermauern und spezifizieren die Ergebnisse.

Diskussion: Die Ergebnisse legen nahe, dass die inhaltliche wie methodisch-didaktische Ausgestaltung des 2-tätigen Angebotes alle Kompetenzdimensionen des Frameworks zur interprofessionellen Zusammenarbeit adressiert und einen subjektiv wahrgenommen Lernzuwachs bei den Studierenden bewirkt. Dies zeigte sich grösstenteils unabhängig von ihrer Vorbildung und ihrer Profession.

Der Durchführungszeitpunkt am Ende des Studiums und die Ergebnisse der Evaluation legen nahe, dass die Lernerfahrungen mit in die eigene berufliche Praxis übernommen werden und diese nachhaltig beeinflussen.

Take Home Message: Das interinstitutionell und interprofessionell entwickelte Lernformat mit seiner spezifischen inhaltlichen und methodisch-didaktischen Ausgestaltung eignet sich zur mehrdimensionalen Förderung der Kompetenzen zur interprofessionellen Zusammenarbeit.


Literatur

1.
Canadian Interprofessional Health Collaborative. A national interprofessional competency framework. Vancouver (BC): University of British Columbia, College of Health Disciplines;2010. Zugänglich unter/available from: https://phabc.org/wp-content/uploads/2015/07/CIHC-National-Interprofessional-Competency-Framework.pdf External link
2.
Gesundheitsversogung Nationales Forschungsprogramm. Megatrends für das Schweizerische Gesundheitsversorgungssystem. Bern: Schweizer Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF); 2021. Zugänglich unter/available from: https://www.nfp74.ch/de/CQxozfZ3AtZOxtNy/news/210715-nfp74-news-megatrends-fuer-das-schweizerische-gesundheitsversorgungssystem External link
3.
Archibald D, Trumpower D, MacDonald CJ. Validation of the interprofessional collaborative competency attainment survey (ICCAS). J Interprof Care. 2014;28(6):553-558. DOI: 10.3109/13561820.2014.917407 External link