gms | German Medical Science

Gemeinsame Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA) und des Arbeitskreises zur Weiterentwicklung der Lehre in der Zahnmedizin (AKWLZ)

05.08. - 09.08.2024, Freiburg, Schweiz

Neun Jahre Nürnberger interprofessionelles Longitudinalcurriculum: Ein Curriculum im Wandel

Meeting Abstract

  • Ines Spieler - Paracelsus Medizinische Privatuniversität Nürnberg, Nürnberg, Deutschland
  • Claudia Schuck - Klinikum Nürnberg, Bereich Bildung und Wissenschaft, Nürnberg, Deutschland
  • Barbara Stein - Klinikum Nürnberg, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Nürnberg, Deutschland; Paracelsus Medizinische Privatuniversität Nürnberg, Nürnberg, Deutschland
  • Mario Bach - TH Nürnberg, Nürnberg School of Health, Nürnberg, Deutschland
  • Tereza Elsner - Paracelsus Medizinische Privatuniversität Nürnberg, Nürnberg, Deutschland; Klinikum Nürnberg, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Nürnberg, Deutschland
  • presenting/speaker Stephan Kolb - Klinikum Nürnberg, Bereich Bildung und Wissenschaft, Nürnberg, Deutschland; Paracelsus Medizinische Privatuniversität Nürnberg, Nürnberg, Deutschland

Gemeinsame Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA) und des Arbeitskreises zur Weiterentwicklung der Lehre in der Zahnmedizin (AKWLZ). Freiburg, Schweiz, 05.-09.08.2024. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2024. DocV-24-03

doi: 10.3205/24gma094, urn:nbn:de:0183-24gma0940

Published: July 30, 2024

© 2024 Spieler et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License. See license information at http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/.


Outline

Text

Fragestellung/Zielsetzung: Für eine optimale Versorgung von Patient*innen ist eine gute Kooperation über Berufsgruppen hinweg erforderlich [1]. Die Basis für die interprofessionelle Kooperation sollte durch gemeinsames Lernen (voneinander, übereinander, miteinander) schon in der Ausbildung bzw. im Studium gelegt werde. Daher wurde am Klinikum Nürnberg seit 2014 ein interprofessionelles Longitudinalcurriculum aufgebaut [2] und seit 2021 grundlegend überarbeitet. Dabei gilt es immer wieder, inhaltliche, didaktische, personelle und logistische Herausforderungen zu überwinden.

Methoden: Am partizipativen Curriculumsentwicklungsprozess ist ein interprofessionelles Team (Medizin, Psychologie, Pflege, Hebammenwissenschaft, Digitales Gesundheitsmanagement) aus den teilnehmenden Institutionen beteiligt. Theoretische Basis für die Entwicklung bilden die interprofessionellen Kernkompetenzen [3]. Allgemeine Lernziele umfassen Wissen, Fertigkeiten/Skills, Haltungen und interprofessionelle Kommunikation für effiziente interprofessionelle Zusammenarbeit im Gesundheitswesen.

Ergebnisse: An dem Curriculum nehmen Medizinstudierende, Pflegeschüler*innen, Hebammenstudierende und Studierende des Digitalen Gesundheitsmanagements teil. Ein flexibles modulares System ermöglicht es, den Curricula der beteiligten Ausbildungsinstitutionen Rechnung zu tragen. Das Curriculum umfasst sieben Kernkompetenz-orientierte Module über drei Jahre, mit jeweils zwischen 100 und 170 Teilnehmenden, sowie interprofessionelle internistische bzw. chirurgische Ausbildungsstationen. Es beginnt bereits in den ersten Wochen des Studiums bzw. der Ausbildung mit einem gemeinsamen Einführungstag (basales Komplexitätsniveau) und erreicht das höchste Komplexitätsniveau im Rahmen der interprofessionellen Ausbildungsstation im letzten Ausbildungs- bzw. Studienjahr.

Die Evaluation des überarbeiteten Curriculums durch Teilnehmende und Dozierende zeigt große Zufriedenheit.

Diskussion: Das neue Nürnberger Interprofessionelle Longitudinalcurriculum umfasst sieben Module über drei Jahre sowie interprofessionelle Ausbildungsstationen. Es erlaubt

1.
eine flexiblere Integration in die Lehrpläne der beteiligten Institutionen,
2.
eine stärkere Kompetenzorientierung,
3.
die Anwendung interaktiver didaktischer Formate (z.B. Simulationslabor) und
4.
das Aufgreifen neuer Trends des Gesundheitswesens, z.B. die Digitalisierung oder die Akademisierung von Gesundheitsberufen.

Das seit neun Jahren bestehende Nürnberger Interprofessionelle Longitudinalcurriculum wurde stetig evaluiert und partizipativ unter Zusammenarbeit von Vertreter*innen aller beteiligten Institutionen weiterentwickelt. Das Ergebnis der grundlegenden Überarbeitung ist ein flexibles, modulares Curriculum, das den Bedürfnissen der teilnehmenden Institutionen Rechnung trägt.


Literatur

1.
Antoni CH. Interprofessionelle Teamarbeit im Gesundheitsbereich [Interprofessional teamwork in health care]. Z Evid Fortbild Qual Gesundhwes. 2010;104(1):18-24. DOI: 10.1016/j.zefq.2009.12.027 External link
2.
Vasilakis T, Härlein J, Spieler I, Schuck C, Stein B, Fley G, Jassmann M, Krasa K, Kolb S. Early Implementation and Evaluation of a Three Year Interprofessional Curriculum for Nursing Trainees and Students of Medicine and Nursing. In: Gemeinsame Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA), des Arbeitskreises zur Weiterentwicklung der Lehre in der Zahnmedizin (AKWLZ) und der Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft Lehre (CAL). Frankfurt am Main, 25.-28.09.2019. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2019. DocV5-04. DOI: 10.3205/19gma036 External link
3.
Interprofessional Education Collaborative Expert Panel. Core competencies for interprofessional collaborative practice: Report of an expert panel. Washington, D.C.: Interprofessional Education Collaborative; 2011.