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German Congress of Orthopaedics and Traumatology (DKOU 2024)

22. - 25.10.2024, Berlin

Assoziation der chirurgischen Erfahrung und Fallzahlen mit klinischen Ergebnissen nach arthroskopischer Rotatorenmanschettenrekonstruktion

Meeting Abstract

  • presenting/speaker David Endell - Schulthess Klinik, Zürich, Switzerland
  • Isabella Weiß - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Centrum für Musculoskeletale Chirurgie, Berlin, Germany
  • Asimina Lazaridou - Schulthess Klinik, Zürich, Switzerland
  • Yacine Ameziane - Schulthess Klinik, Zürich, Switzerland
  • Laurent Audigé - Schulthess Klinik Zürich, Research, Teaching and Development, Zürich, Switzerland
  • Andreas M. Müller - Orthopädische Universitätsklinik, Universitätsspital Basel, Basel, Switzerland
  • ARCR Pred Study Group - Orthopädische Universitätsklinik, Universitätsspital Basel, Basel, Switzerland
  • Markus Scheibel - Schulthess Klinik, Zürich, Switzerland

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2024). Berlin, 22.-25.10.2024. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2024. DocAB20-2574

doi: 10.3205/24dkou056, urn:nbn:de:0183-24dkou0561

Published: October 21, 2024

© 2024 Endell et al.
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Text

Fragestellung: Studien konnten zeigen, dass die Erfahrung der Chirurgen und hohe chirurgische Fallzahlen bei orthopädischen Eingriffen mit den klinischen Ergebnissen korrelieren. Die Rationale dieser Studie war festzustellen, ob eine lange chirurgische Erfahrung oder hohe Fallzahlen mit besseren klinischen Ergebnissen nach arthroskopischer Rotatorenmanschettenrekonstruktionen (ARCR) assoziiert sind.

Methodik: Primäre ARCR bei 973 Patienten aus 19 orthopädischen Kliniken in der Schweiz und Deutschland wurden prospektiv über 24 Monate beobachtet. Das klinische Assessment zur Schulterfunktion und die sonographische Integrität der Sehnenrekonstruktion wurden gemeinsam erfasst. Patientenevaluation nach 12 Monaten umfassten den Subjective Shoulder Value, Constant Score, Oxford Shoulder Score, die Lebensqualität (European Quality of Life 5 Dimensions 5 Level questionnaire, EQL5D5L). Multiple Regressionsmodelle (adjustiert nach Alter, Rupturausmaß, Nebenerkrankungen usw.) wurden erstellt, um die Vorhersagemöglichkeit der klinischen Entwicklung anhand der jährlichen ARCR-Fallzahlen zu testen. Zudem wurde ein multivariates, logistisches Regressionsmodel konzipiert, um zu prüfen ob chirurgische Fallzahlen Komplikationen (Adverse Events (AE)) nach 12 Monaten vorhersagen können. Mittels Clusteranalyse mit Gruppierung der Patienten anhand der chirurgischen Erfahrung (Jahre der orthopädischen und schulterchirurgischen Erfahrung und Position als Kader- oder Oberarzt) wurde der Zusammenhang mit den klinischen Ergebnissen untersucht. Die Resultate zwischen den Clustern wurden mittels Kruskal Wallis oder chi-square Testung verglichen.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: ARCR-Fallzahlen waren ein starker Prädiktor für verbesserte klinische Ergebnisse nach ARCR: In der multivariaten, linearen Regressionsanalyse waren die Fallzahlen unabhängig mit der Lebensqualität (EQL5D5L) (β= 0,02, 95% CI: 0,0098, 0,0347,p <0,001), Constant Score (β= 2,68, 95% CI: 1,57, 3,79,p <0,001), Schulter Funktion (β= 1,10, 95% CI: 0,48, 1,72, p <0,001) und Schmerz assoziiert (β= -0,35, 95% CI: -0,54, (-0,17), p < 0,001). Im Gruppenvergleich zeigte sich ein Trend für bessere klinische Ergebnisse ab 50 Operationen/Jahr. Fallzahlen waren kein Prädiktor für weniger AE (OR 1,36, 95% CI: -0,25, 0,92; p = 0,29). Die Cluster Analyse ließ 3 Patientengruppen (operiert durch Kaderarzt mit langjähriger und schulter-spezifischer Erfahrung oder intermediärer Erfahrung oder Oberarzt mit eingeschränkter Spezialisierung) erkennen, ohne sign. Unterschiede zwischen den Clustern bzgl. aller untersuchten klinischen Parameter nach 12 Monaten oder AEs (p >0.05).

Diese Resultate demonstrieren, dass höhere ARCR-Fallzahlen ein besseres klinisches Ergebnis vorhersagen können. Gleichzeitig scheinen die Jahre an orthopädischer. bzw. schulterchirurgischer Praxis keine direkte Assoziation zu den untersuchten klinischen Parametern oder AEs aufzuweisen.