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Beobachtungsstudie Herzinsuffizienz (BEBOP-HI) im Forschungspraxennetz Baden-Württemberg (FoPraNet-BW)
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| Published: | September 23, 2024 |
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Hintergrund: Chronische Herzinsuffizienz (HI) verursacht eine hohe individuelle Symptom- und gesellschaftliche Krankheitslast. Die komplexe ambulante Betreuung dieser Patient:innen findet vorwiegend durch kardiologische Gebietsärzte und Hausärzt:innen statt. Es existiert eine Vielzahl von Leitlinienempfehlungen, sie orientieren sich an der Einschränkung der Pumpfunktion (Phänotyp). Der Phänotyp ist aber nicht im ICD-Kodierungssystem abgebildet. Es existieren hierzu nur wenige praxisbasierte Studien mit validen Patientenpopulationen. Im Rahmen des dritten „Use Case“ des FoPraNet-BW erheben Forschungspraxen in der retrospektiven Beobachtungsstudie (BEBOP) krankheitsrelevante Versorgungs- und Dokumentationsdaten zur Linksherzinsuffizienz mit mindestens mittelgradig eingeschränkter Pumpfunktion (HFrEF).
Fragestellung: Fragestellungen sind das Erreichen des Rekrutierungsziels von 7–10 HFrEF-Patient:innen, die Umsetzung der Leitlinienempfehlungen zur Pharmakotherapie und deren Barrieren durch Komorbiditäten sowie die Inanspruchnahme des Gesundheitssystems.
Methoden: In den rund 70 FoPraNet-BW-Forschungspraxen sollen von Mai bis Juli 2024 hausärztlich betreute HFrEF-Patient:innen eingeschlossen werden. Hierbei ist der Identifizierungsprozess dieser Patient:innenuntergruppe im Praxisverwaltungssystem (PVS) eine besondere Herausforderung. Deshalb werden die Praxen im Case-Finding entsprechend SOPs geschult. Nach Einschluss werden Forschungstandems (MFA/Ärzt:innen) Daten zu Diagnostik, Komorbidität und Therapie pseudonymisiert in eine elektronische Datenerfassungsmaske eingeben.
Die Medikation wird standardisiert mit einem 2D-Scanner aus dem Bundesmedikationsplan ausgelesen. Die Inanspruchnahme des Gesundheitssystems wird anhand der Kontakte in den Praxen und dort vorhandener Dokumentation (z.B. Arztbriefe) quantitativ und qualitativ beurteilt.
Ergebnisse: Aufgrund des Designs und der Durchführung der Studie sollten die meisten Daten ab Anfang August bereits analysiert und deskriptiv dargestellt werden können.
Diskussion: Bei der Interpretation der Ergebnisse können fördernde und einschränkende Faktoren für deren Belastbarkeit diskutiert werden. Zudem können uns die Daten Informationen zur allgemeinen Versorgungssituation von HI Patienten in Deutschland geben.
Take Home Message für die Praxis: Phänotypisierung der HI ist sowohl zur Rekrutierung als auch für Therapieentscheidungen notwendig. Die Reflexion der eigenen Versorgung vor dem Hintergrund der hier diskutierten Ergebnisse erscheint wertvoll. Ärzt:innen können entscheiden, ob und inwieweit sie ähnliche Beobachtungsstudien in der eigenen Praxis durchführen wollen.
