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58. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)

26.09. - 28.09.2024, Würzburg

Nutzung des Bundesmedikationsplans zur Erfassung der Medikation in Studien

Meeting Abstract

  • presenting/speaker Patrick Schmutz - Hochschule Reutlingen, Reutlingen Research Institute, Reutlingen, Deutschland
  • Arthur Krauß - Hochschule Reutlingen, Reutlingen Research Institute, Reutlingen, Deutschland
  • Arndt Becker - Hochschule Reutlingen, Reutlingen Research Institute, Reutlingen, Deutschland
  • Sven Dörflinger - Hochschule Reutlingen, Reutlingen Research Institute, Reutlingen, Deutschland
  • Andreas Polanc - Universitätsklinikum Tübingen, Medizinische Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen, Institut für Allgemeinmedizin und interprofessionelle Versorgung, Tübingen, Deutschland
  • Claudia Salm - Universitätsklinikum Freiburg, Medizinische Fakultät, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Institut für Allgemeinmedizin, Freiburg, Deutschland
  • Frank Peters-Klimm - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Medizinische Fakultät der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
  • Gudrun Hübner - Universitätsklinikum Ulm, Medizinische Fakultät der Universität Ulm, Institut für Allgemeinmedizin, Ulm, Deutschland
  • Christian Erhardt - Universitätsklinikum Tübingen, Medical Data Integration Center (meDIC), Tübingen, Deutschland; Universitätsklinikum Tübingen, Hertie Institute für klinische Hirnforschung, Tübingen, Deutschland
  • Christian Thies - Hochschule Reutlingen, Reutlingen Research Institute, Reutlingen, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. 58. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Würzburg, 26.-28.09.2024. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2024. DocSYM-04-05

doi: 10.3205/24degam308, urn:nbn:de:0183-24degam3083

Published: September 23, 2024

© 2024 Schmutz et al.
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Text

Hintergrund: Die Erfassung der Medikation im Rahmen einer Studie ist elementar, aber zeitaufwändig. Zur Vereinfachung dieses Prozesses wird im Rahmen der Beobachtungsstudien in FoPraNet-BW untersucht, inwieweit der Bundeseinheitliche Medikationsplan (BMP) als Ersatz für die händische Dateneingabe verwendet werden kann, da dieser die notwendigen Informationen einheitlich vorhält. Hierfür bedarf es der Entwicklung bestimmter Werkzeuge zur Aufarbeitung der im BMP enthaltenen Daten.

Fragestellung: Kann der Scan des Bundesmedikationsplans als Ersatz für die händische Dokumentation der Medikation verwendet werden?

Methoden: Nach der Identifikation und Umsetzung der notwendigen Entwicklungsschritte sollte die Implementierung eines belastbaren, datenschutzkonformen Prozesses erfolgen. Auch sollte ein möglichst automatisiertes Verfahren zur Aufschlüsselung der Zeichenkette des Dateninhalts eines BMP entwickelt werden. In den nacheinander stattfindenden Beobachtungsstudien über jeweils 3 Monate (11/23–07/24) wurde das Verfahren im FoPraNet bis zu seiner Ausgereiftheit in der letzten Studie zum Standard.

Ergebnisse: Aufgrund der Abhängigkeit der drei Use Cases werden die Ergebnisse in Etappen aufgearbeitet. Es wurde ein Prozess erarbeitet, der die anonymisierte Verwendung des BMP für die Forschung ermöglicht. Die Ergebnisse der ersten Implementierung zeigten die Notwendigkeit der Aktualisierung eines BMP in der Praxis auf. Einige teilnehmende Praxen sollten sich im Verlauf mit Scannern nachrüsten. Eine Stichprobe der vorhandenen Qualität kann anhand der Daten der BEBOP-Depression erwartet werden, da in dieser Studie sowohl händische als auch BMP Daten teilweise übereinstimmen sollten. Die dann vorliegenden deskriptiven Daten von BEBOP-Herzinsuffizienz werden zeigen, inwieweit das Verfahren als neuer Standard dienen kann.

Diskussion: Der BMP bietet Potential um als Datenquelle verwendet werden, jedoch müssen Prozesse geschaffen werden um die Aufarbeitung bis zur Evaluation automatisiert durchführen zu können.

Take Home Message für die Praxis: Readiness to scan in einer Praxis vorausgesetzt, kann das neu entwickelte Verfahren effiziente versorgungsnahe und datenschutzkonforme Forschung ermöglichen, da sich der Zeitaufwand deutlich vermindert. Aufgrund der Kompatibilität zur Struktur der Gematik ist dieses Verfahren sehr zukunftsträchtig für Versorgungsforschung im ambulanten Sektor.