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Inanspruchnahme von akutmedizinischen Leistungen in der hausärztlichen Versorgung – eine retrospektive Routinedatenanalyse
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| Published: | September 23, 2024 |
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Hintergrund: Vielerorts besteht die Gefahr, dass die zunehmende Inanspruchnahme von Zentralen Notaufnahmen (ZNA) durch Patienten:innen mit akutem, aber nicht notfallmedizinischem Versorgungsbedarf die Effektivität der Notfallversorgung negativ beeinträchtigt. Die bisherige Forschung in Deutschland hat sich vor allem auf die Inanspruchnahme der Krankenhaus-ZNA konzentriert. Welche Rolle die hausärztliche Versorgung für die Behandlung von Notfall- und Patient:innen mit akuten Beratungsanlässen spielt, wird bisher nicht berücksichtig.
Fragestellung: Ziel der Analyse war es, das ambulante Inanspruchnahmeverhalten von Patient:innen mit akutem Behandlungsbedarf in Hausarztpraxen zu quantifizieren und zu beschreiben.
Methoden: In der retrospektiven Kohortenstudie wurden Routinedaten von zwei großen Hausarztpraxen aus den Jahren 2021 bis 2022 aus dem überregionalen Versorgungsforschungsverbund (Supraregional Health Service Research Network – SHRN) herangezogen. Akutmedizinische Behandlungsfälle wurden als Praxisbesuche ohne vorherigen Termin oder mit einem Termin am selben Tag wie der Praxisbesuch identifiziert.
Ergebnisse: Insgesamt wurden 5.359 Patient:innen mit 22.337 Praxiskontakten analysiert, von denen 38,8% (n=8.657) als akut-medizinischen Behandlungsfall eingestuft wurden. Diese waren vor allem Krankheiten des Atmungssystems (14%), Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes (11%), infektiöse und parasitäre Krankheiten (6%) sowie Verletzungen (6%). Patient:innen mit akut-medizinischen Behandlungsbedarf stellten sich häufiger montags und mittwochs vor. Von den akuten Fällen wurden 11% (n=950) an einen Spezialisten oder an ein Krankenhaus zur Weiterbehandlung überwiesen.
Diskussion: Die Ergebnisse zeigen, dass die meisten akuten Behandlungsfälle (89%) in hausärztlichen Praxen abschließend behandelt werden konnten und somit eine weitere Überlastung der medizinischen Notfallversorgung verhindert haben.
Take Home Message für die Praxis: Eine Stärkung der Rolle der hausärztlichen Praxen in der Notfallversorgung könnte einen Beitrag zur Verbesserung der Qualität und Effizienz der Notfallversorgung leisten.
