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Das Innovationsfondprojekt „Stationäre Allgemeinmedizin“ – die Meta-SOP
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| Published: | September 23, 2024 |
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Hintergrund: Nicht nur im ambulanten Sektor kommt es zu einer zunehmenden Spezialisierung und Fragmentierung der ärztlichen Versorgung (s. DEGAM Zukunftspositionen Präambel Punkt 1). Das betrifft auch die stationäre Versorgung in den Kliniken. Den Spezialisten für den ganzen Menschen gibt es in den Kliniken nicht mehr. Dabei profitieren gerade die chronisch kranken, älteren Patienten, deren Zahl insbesondere in den Notaufnahmen steigt von der stationären Versorgung durch einen Generalisten im Sinne eines ‚Hausarztes am Krankenhausbett‘ [1], um eine Fehlversorgung zu verhindern. Vor diesem Hintergrund fördert der GBA das Projekt STATAMED (Stationäre Allgemeinmedizin). Ziel: Etablierung einer neuen ‚generalistischen‘ Versorgungsform in kleinen Kliniken. Das Projekt wird an sechs Klinikstandorten in Deutschland ab 4/2024 (Konsortialführung AOK Rheinland/Hamburg) umgesetzt. Vorher musste das Wesen der Stationären Allgemeinmedizin in einer universellen Leitlinie definiert werden: der ‚Meta-SOP‘.
Fragestellung: Ist es möglich das Wesen der Allgemeinmedizin anhand der Zukunftspositionen der DEGAM auch auf den stationären Kontext zu übertragen und in einer übergreifenden Leitlinie i.S. einer ‚Meta-SOP‘ zusammenzufassen?
Methoden: In mehreren Workshops mit Teilnehmern aus der ambulanten hausärztlichen Versorgung, der stationären Versorgung und der Wissenschaft wurde über sechs Monate an einer Zusammenführung der wesentlichen Denkweisen der ambulanten hausärztlichen und stationären Patientenversorgung auf der Basis der Zukunftspositionen der DEGAM [2] gearbeitet.
Ergebnisse: Es ist gelungen, eine Meta-SOP für die Stationäre Allgemeinmedizin zu konsentieren, die auf den Prinzipien des Generalismus und der partizipativen Behandlungsplanung beruht. Sie definiert wie die Allgemeinmedizin als generalistische stationäre Versorgungsform die hochspezialisierten stationären Versorgungsformen ergänzt aber auch wo ihre Grenzen sind. So dient sie analog zum ambulanten Sektor der Patientensteuerung und dem Schutz vor stationärer Fehlversorgung i.S. von Unter- oder Überversorgung.
Diskussion: Im Projektverlauf wird von allen beteiligten Berufsgruppen in Online-Fokusgruppen Feedback zu den SOPs eingeholt. Hier wird sich zeigen, ob die Meta-SOP geeignet ist, eine stabile Grundlage für die neue Versorgungsform der stationären Allgemeinmedizin zu sein.
Take Home Message für die Praxis: Auf Grundlage der Meta-SOP eröffnet sich der Allgemeinmedizin ein neues Tätigkeitsfeld im Krankenhaus!
Literatur
- 1.
- Weßling A. INKA – eine interdiszplinäre Station für ältere Notfallpatienten.Dtsch Med Wochenschr. 2012; 137(48): 2471. DOI: 10.1055/s-0032-1330132
- 2.
- DEGAM, Abholz HH. Allgemeinmedizin - spezialisiert auf den ganzen Menschen: Positionen zur Zukunft der Allgemeinmedizin und der hausärztlichen Praxis. Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin: Frankfurt; 2012. (DEGAM-Zukunftspositionen). Erhältlich unter: https://www.degam.de/zukunftspositionen
