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ELAMUS – eine randomisiert-kontrollierte Studie zu Akupunktur und rezeptiver Musiktherapie bei Schlafstörungen im Alter
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| Published: | September 23, 2024 |
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Hintergrund: Der demographische Wandel hin zu einer alternden Bevölkerung stellt das Gesundheitssystem vor vielfältige Herausforderungen. Vor allem die zunehmende Multimorbidität und daraus resultierende Polypharmazie bei älteren Menschen stellt die hausärztliche Versorgung vor verantwortungsvolle Aufgaben. Innerhalb dieses Kontexts gibt es eine steigende Prävalenz von Schlafstörungen bei älteren Menschen. Verfügbare pharmakologische Therapieansätze weisen oft Nebenwirkungen und ein Potential für Abhängigkeit auf, was die Notwendigkeit der Erforschung und der Bewertung einer möglichen Implementierung nicht-pharmakologischer Ansätze betont.
Fragestellung: Die ELAMUS-Studie zielt darauf ab, die Wirksamkeit von Akupunktur und Musiktherapie, einzeln sowie im Rahmen eines multimodalen Therapiekonzeptes, bei der Behandlung von Schlafstörungen bei Personen ab 70 Jahren zu untersuchen.
Methoden: Auf Basis eines 2x2-Studiendesigns mit Messwiederholungen, wird eine randomisiert-kontrollierte Studie durchgeführt. Insgesamt n=100 Personen werden zufällig in vier Gruppen eingeteilt und erhalten evidenzbasierte, altersbezogene Standardinformationen für Schlafstörungen. Darüber hinaus werden die Gruppen 1–3 über acht Behandlungen entweder mit Akupunktur (1), rezeptiver Musiktherapie (2), oder der Kombination aus beidem im Rahmen eines multimodalen Therapieansatzes (3) behandelt. Gruppe 4 erhält keine zusätzliche Therapie. Der primäre Messparameter ist die Verbesserung der Schlafqualität, welche anhand des Pittsburgh-Schlafqualitätsindex (PSQI) gemessen wird. Weitere sekundäre Messparameter umfassen Depression (Geriatrischer Depressions-Score), gesundheitsbezogene Lebensqualität (SF-12), Veränderungen der Bedarfsmedikation und neurovegetative Aktivität, welche Mittels der Herzfrequenzvariabilität (HRV) gemessen wird.
Ergebnisse: Der/die letzte Patient:in wurde im April 2024 eingeschlossen. Erste Ergebnisse werden auf dem Kongress präsentiert.
Diskussion: Die randomisiert-kontrollierte Studie bietet wertvolle Einblicke in die Wirksamkeit nicht-medikamentöser Therapiekonzepte bei Schlafstörungen bei älteren Menschen und trägt somit zu einem ganzheitlichen Ansatz vor allem in der hausärztlichen Versorgung von geriatrischen Patient:innen bei.
Take Home Message für die Praxis: Nicht-medikamentöse Therapiekonzepte haben das Potential eine effektive sinnvolle Alternative zur medikamentösen Therapie bei Schlafstörungen bei älteren Menschen darzustellen.
