gms | German Medical Science

58. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)

26.09. - 28.09.2024, Würzburg

Kommunikation über Sexualität in der hausärztlichen Versorgung – eine Fragebogenstudie

Meeting Abstract

Search Medline for

  • presenting/speaker Maria Pramberger - Universitätsklinikum Würzburg, Institut für Allgemeinmedizin, Würzburg, Deutschland
  • Jessica Ruck - Universitätsklinikum Würzburg, Institut für Allgemeinmedizin, Würzburg, Deutschland
  • Anne Simmenroth - Universitätsklinikum Würzburg, Institut für Allgemeinmedizin, Würzburg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. 58. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Würzburg, 26.-28.09.2024. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2024. DocV-25-01

doi: 10.3205/24degam134, urn:nbn:de:0183-24degam1341

Published: September 23, 2024

© 2024 Pramberger et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License. See license information at http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/.


Outline

Text

Hintergrund: Gespräche über Sexualität sind wichtiger Bestandteil hausärztlicher Tätigkeit. Studien zeigen, dass Gespräche über Sexualität in der hausärztlichen Versorgung kaum geführt werden.

Fragestellung: Inwiefern findet die Frage nach Sexualität Platz in der hausärztlichen Versorgung? Wie schätzen Ärzt:innen in der Allgemeinmedizin ihre Kompetenzen im Gespräch über Sexualität ein? Wie beschreiben sie die Situation und Bedarfe in der Aus- und Weiterbildung in diesem Bereich?

Methoden: Online-Befragung von ÄiW und jungen FÄ für Allgemeinmedizin. Die Befragung wurde über SoSciSurvey von Juni bis August 2023 durchgeführt. Teilnehmende wurden über zielgruppenorientierte Mailverteiler und (soziale) Netzwerke rekrutiert (z.B. Kompetenzzentren Allgemeinmedizin, JADE).

Ergebnisse: Es wurden 258 Datensätze ausgewertet. Für 31,5% der Befragten gehörten Gespräche über Sexualität zur Routine. Es zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Geschlecht der Ärzt:innen und Patient:innen insofern, als dass Gespräche über Sexualität bei gleicher Geschlechtszugehörigkeit jeweils signifikant häufiger stattfanden. Den Befragten fiel es deutlich leichter, auf das Thema Sexualität im Gespräch einzugehen, wenn Patient:innen dies einbrachten, als selbst die Initiative zu ergreifen (83,3% vs. 29,1%). Im Studium hatten 10,1% der Befragten an einem verpflichtenden Lehrangebot zu Kommunikation über Sexualität teilgenommen. In der Weiterbildung hatten 38,4% schon einmal an einem Lehrangebot teilgenommen. 83,7% der Befragten, die nach 2013 ihr Studium abgeschlossen hatten, bekundeten einen Bedarf nach mehr Angeboten im Studium. Für die Weiterbildung wurde dieser Wunsch von 75,9% aller Befragten geäußert.

Diskussion: Ärzt:innen der Allgemeinmedizin sind sich der Relevanz sexualmedizinischer Probleme bewusst. Durch einen Mangel an Lehr- und Fortbildungsangeboten sind sie aber häufig nicht ausreichend auf Gespräche über Sexualität vorbereitet. Limitation der Studie sind der Selektionsbias der Stichprobe und der kleine Stichprobenumfang.

Take Home Message für die Praxis: Es sollten mehr Angebote im Bereich Kommunikation über Sexualität in der allgemeinmedizinischen Aus- und Weiterbildung angeboten werden.