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Interkulturelle Kompetenz von Hausärzt:innen – Ergebnisse der INKOHA-Survey-Studie
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| Published: | September 23, 2024 |
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Hintergrund: Einer Statistik des Robert Koch Institutes zufolge kann ein Migrationshintergrund nicht nur mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko einhergehen, sondern beeinträchtigt möglicherweise auch die Chance von Patient:innen auf eine adäquate Therapie.
Fragestellung: Mittels des von Gerda Bernhard et al. entwickelten Fragebogens „Cross-Cultural Competence of Healthcare Professionals (CCCHP)“ erfolgt die Erhebung der interkulturellen Kompetenz von Hausärzt:innen in den Kategorien: Motivation/Neugier, Einstellungen, Fähigkeiten, Wissen/Bewusstsein, Emotionen/Empathie und soziale Erwünschtheit. Gegenstand der Studie ist es, neben der Erhebung der interkulturellen Kompetenz in diesen Kategorien auch die Einflussfaktoren sowohl seitens der befragten Kolleg:innen als auch in Hinblick auf regionale Unterschiede zu untersuchen.
Methoden: Unter Einsatz eines Online-Surveys, der den CCCHP einschließt und um Fragen zu persönlichen Charakteristika und zum Tätigkeitsort ergänzt wurde, erfolgte zwischen September und Dezember 2023 eine Erhebung bei Hausärzt:innen in den Bundesländern Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Für die Beantwortung der Fragen des CCCHP standen Antwortmöglichkeiten, die mit 1 bis 6 Punkten bewertet wurden, zur Verfügung. Zur Auswertung wurde jeweils ein Summenscore gebildet und in zwei Gruppen aufgeteilt. Es wurden mittels logistischer Regression die Einflussfaktoren Alter, Geschlecht, Muttersprache, Geburtsland, Kinder und Geburtsort der Partner:in untersucht. Zusätzlich erfolgte ein Vergleich bezüglich Regionen mit hoher und mit niedriger Migrationsdichte.
Ergebnisse: Von den insgesamt 3.042 angeschriebenen Hausärzt:innen standen letztendlich 119 Fragebögen zur Auswertung zur Verfügung. Je nach Kategorie fielen 5,0 bis 68,9% in die Gruppe, die eine hohe interkulturellen Kompetenz darstellen, wobei die Einstellung am schlechtesten und die soziale Erwünschtheit am besten abschnitt. Regionale Unterschiede konnten nicht ermittelt werden. Es konnte lediglich in der Kategorie interkulturelles Bewusstsein der Geburtsort der Partner:in als unabhängiger Einflussfaktor ermittelt werden.
Diskussion: Der CCCHP-Fragebogen wurde bisher lediglich bei noch in Ausbildung befindlichen Studierenden angewandt. Die vorliegende Arbeit bietet einen ersten Ansatzpunkt, um die aktuelle Versorgungssituation ausländischer Patient:innen beurteilen zu können.
Take Home Message für die Praxis: Insgesamt konnte eine gute interkulturelle Kompetenz ermittelt werden, wobei die vorliegende Studie durchaus Potential für weitere Verbesserung aufzeigt.
