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58. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)

26.09. - 28.09.2024, Würzburg

Inanspruchnahme der Brustkrebsnachsorge durch türkeistämmige Frauen in Deutschland

Meeting Abstract

  • presenting/speaker Cansu Erdogan Cengiz - Universität Bielefeld, Medizinische Fakultät OWL, Bielefeld, Deutschland
  • Lara Schürmann - Universität Bielefeld, Medizinische Fakultät OWL, Bielefeld, Deutschland
  • Alev Nazli Aktan - Universität Bielefeld, Medizinische Fakultät OWL, Bielefeld, Deutschland
  • Jürgen Breckenkamp - Universität Bielefeld, Fakultät für Gesundheitswissenschaften, Bielefeld, Deutschland
  • Alisa Dayangan - Universität Bielefeld, Fakultät für Gesundheitswissenschaften, Bielefeld, Deutschland
  • Oliver Razum - Universität Bielefeld, Fakultät für Gesundheitswissenschaften, Bielefeld, Deutschland
  • Christiane Muth - Universität Bielefeld, Medizinische Fakultät OWL, Bielefeld, Deutschland
  • Svetlana Puzhko - Universität Bielefeld, Medizinische Fakultät OWL, Bielefeld, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. 58. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Würzburg, 26.-28.09.2024. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2024. DocV-22-01

doi: 10.3205/24degam116, urn:nbn:de:0183-24degam1161

Published: September 23, 2024

© 2024 Erdogan Cengiz et al.
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Hintergrund: Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Über die Akutbehandlung hinaus ist jedoch wenig zur Nachsorge bekannt. Zudem fehlen Studien, in denen Faktoren untersucht wurden, welche die Inanspruchnahme der Brustkrebsnachsorge durch türkeistämmige Frauen (größte Gruppe an Migrantinnen) in Deutschland beeinflussen. Obwohl Hausärzt:innen besonders geeignet sind, um die Nachsorge für Brustkrebsüberlebende zu koordinieren, sind ihre Rolle und der Grad der Beteiligung unklar.

Fragestellung: Welche Barrieren und Förderfaktoren erleben türkeistämmige Frauen bei der Inanspruchnahme von Brustkrebsnachsorge in Deutschland? Welche Rolle spielen Haus- und Fachärzt:innen verschiedener Disziplinen und welcher Verbesserungsbedarf in ihrer Zusammenarbeit ist erkennbar?

Methoden: Die Mixed-Methods-Studie wird in Kooperation zwischen der Bielefelder Fakultät für Gesundheitswissenschaften (quantitativer Untersuchungsteil) und der Medizinischen Fakultät OWL (qualitativer Untersuchungsteil, Fokus dieses Abstrakts) durchgeführt. Im qualitativen Teil werden die Erfahrungen von türkeistämmigen Frauen mit der Brustkrebsnachsorge (purposive maximum variation sample) durch Interviews (n=7–10) und Fokusgruppen (n=14–20) untersucht. In deliberativen Konsultationen mit Hausärzt:innen, Gynäkolog:innen und Onkolog:innen (n=12–15) werden mögliche Probleme bei der Inanspruchnahme der Brustkrebsnachsorge, die Rolle der Hausärzt:innen und anderer Fachärzt:innen dabei, sowie Möglichkeiten zur Verbesserung der interprofessionellen Zusammenarbeit ermittelt. Die Ergebnisse werden mittels thematischer Analyse qualitativ ausgewertet und in Fragebogenentwicklung und Ergebnisinterpretation der quantitativen Untersuchung verwendet.

Ergebnisse: Vorläufige Ergebnisse der Interviews mit türkeistämmigen Frauen deuten darauf hin, dass die Migrationsgeneration, das Bildungsniveau und der sozioökonomische Hintergrund eine wichtige Rolle bei der Teilnahme an Brustkrebsnachsorgeprogrammen spielen können, finale Interview- und Fokusgruppenergebnisse liegen zum Kongress vor.

Diskussion: Die Ergebnisse der Studie können dazu beitragen, die Brustkrebsnachsorge in Deutschland an die Bedürfnisse von Menschen mit Migrationshintergrund anzupassen und die Zusammenarbeit zwischen Hausärzt:innen, Gynäkolog:innen und Onkolog:innen zu optimieren.

Take Home Message für die Praxis: Diese Studie untersucht mögliche Hindernisse und Förderfaktoren für Brustkrebsüberlebende mit türkeistämmigem Migrationshintergrund in Deutschland. Das Projekt kann dazu beitragen, die Rolle der Hausärzt:innen in der Brustkrebsnachsorge zu stärken und die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu verbessern.