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Gut ausgesucht und gut vorbereitet für die Studierendenausbildung – eine bundesweite Erhebung zur Akkreditierung und Qualifizierung von allgemeinmedizinischen Lehrpraxen
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| Published: | September 23, 2024 |
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Hintergrund: Dozierendenqualifikation dient neben dem individuellen Kompetenzgewinn für anstehende Lehraufgaben auch der Bildung von „communities of practice“. Lernerfahrungen in klinischen Praktika beeinflussen die spätere Facharztrichtungswahl von Medizinstudierenden, so dass eine Dozierendenqualifikation auch zur Nachwuchsförderung beiträgt. In Deutschland ist wenig dazu bekannt, inwieweit Lehrende im klinischen Kontext regelhaft für die Studierendenausbildung qualifiziert werden.
Fragestellung: Wir untersuchten, wie allgemeinmedizinische Lehrpraxen an den Universitätsstandorten in Deutschland für unterschiedliche Lehrformate akkreditiert und welche Qualifizierungsangebote für Lehrärzt:innen durchgeführt werden.
Methoden: Dazu wurden bundesweit die allgemeinmedizinischen universitären Einrichtungen mit einem selbstentwickelten Fragebogen online befragt. Akkreditierungskriterien und -prozesse sowie Qualifizierungsangebote, deren Inhalte und Angaben zur Teilnahmepflicht wurden erfasst.
Ergebnisse: 33 von 41 universitären Standorten nahmen an der Befragung teil. Davon betreuen 18 Standorte zwischen 100 und 200 Lehrpraxen, sieben bis zu 300 und drei mehr als 300 Lehrpraxen. 14 Standorte nutzen die GHA/DEGAM Akkreditierungskriterien, 10 fakultätsspezifische. 23 Standorte haben ein festgelegtes Akkreditierungsvorgehen und führen persönliche Praxisbesuche (22), Telefonate (9) und/oder online Meetings (10) bzw. ein Akkreditierungsseminar (1) durch. An 18 Standorten werden die Lehrpraxen für das Blockpraktikum qualifiziert, an 15 davon verpflichtend. 17 Standorte führen eine PJ-Qualifizierung durch (12 verpflichtend). Inhaltlich werden sowohl organisatorische als auch curriculare und didaktische Aspekte sowie Feedback vermittelt.
Diskussion: Ein großer Anteil der Standorte führt sowohl ein strukturiertes Akkreditierungsverfahren als auch überwiegend verpflichtende Qualifizierungsmaßnahmen durch. Damit bestehen bereits gute strukturelle Bedingungen und inhaltliche Konzepte, um die dezentrale allgemeinmedizinische Lehre qualitativ hochwertig zu gestalten. Im Falle einer neuen Approbationsordnung können diese Strukturen für den Ausbau genutzt werden. Eine bundesweite Vernetzung kann dabei durch Austausch von Konzepten und standortübergreifende Angebote Ressourcen bündeln.
Take Home Message für die Praxis: Allgemeinmedizinische Lehrpraxen werden meistens mit strukturierten Akkreditierungsabläufen ausgewählt und häufig verpflichtenden Qualifizierungsangeboten auf ihre Lehrtätigkeit vorbereitet.
