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Die hausärztliche Perspektive auf integrierte Versorgungsmodelle – eine repräsentative Umfrage
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| Published: | September 23, 2024 |
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Hintergrund: Gesundheitsrelevante soziale Probleme sind in der hausärztlichen Versorgung häufig. National und international wurden unterschiedliche integrierte Versorgungsmodelle wie Social Prescribing, arztpraxisinterne Sozialberatung, Gesundheitskioske und Integrierte Primärversorgungszentren erprobt und etabliert.
Fragestellung: Ziel unserer Studie war die Perspektive von in Deutschland tätigen Hausärztinnen und Hausärzten (HÄ) auf diese vier Versorgungsmodelle zu erheben.
Methoden: Wir führten eine Befragung einer repräsentativen Stichprobe von 10.000 in Deutschland tätigen HÄ durch. In einem Fragebogen wurde u.a. die Bekanntheit der Versorgungsmodelle, die Beurteilung der Sinnhaftigkeit und ob man diese nutzen möchte, abgefragt. Die Analyse erfolgte deskriptiv und mittels linearer Regression.
Ergebnisse: 1.439 HÄ nahmen an der Befragung teil (Rücklauf: 15%). Die Teilnehmenden repräsentierten die Grundgesamtheit bezogen auf den KV-Bereich und das Geschlecht. 293 (20,7%) der HÄ war Social Prescribing bekannt, 314 (23,2%) der HÄ die arztpraxisinterne Sozialberatung, 928 (68,8%) der HÄ Gesundheitskioske und 576 (42,8%) der HÄ integrierte Primärversorgungszentren. Social Prescribing wird gefolgt von der arztpraxisinternen Sozialberatung als am sinnvollsten beurteilt. Über 65% der in Deutschland tätigen HÄ fände es gut eines der Versorgungsmodelle zu nutzen. Ein Viertel der HÄ könnte sich vorstellen Ihre Praxis in ein Primärversorgungszentrum zu integrieren. Das Konzept des Gesundheitskiosks wurde insgesamt am schlechtesten bewertet. Höheres Alter und männliches Geschlecht waren mit einer negativeren Beurteilung der Versorgungsmodelle assoziiert.
Diskussion: Die Versorgungsmodelle sind bei in Deutschland tätigen HÄ vergleichsweise wenig bekannt. Es besteht eine Diskrepanz zwischen der Beurteilung der Sinnhaftigkeit und der Nutzungsintention bei diesen Modellen.
Take Home Message für die Praxis: Bei versorgungswissenschaftlichen und berufspolitischen Diskussionen neuer Versorgungsmodelle sollten HÄ stärker in der Breite beteiligt werden. Neue Versorgungsmodelle stoßen auf Interesse bei in Deutschland tätigen HÄ und sollten evidenzbasiert weiterentwickelt werden.
