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58. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)

26.09. - 28.09.2024, Würzburg

Auswertung der Physician-Assistant(PA)-Sprechstunde in einer hausärztlichen Teampraxis im Nordschwarzwald

Meeting Abstract

  • presenting/speaker Silke Teufel - Europäische Fachhochschule, Deutschland; Hausärzte am Spritzenhaus, Deutschland
  • Paul-Georg Blickle - Hausärzte am Spritzenhaus, Deutschland
  • Michael Bock - Hausärzte am Spritzenhaus, Deutschland
  • Christoph Strumann - Universität zu Lübeck, Institut für Allgemeinmedizin, Lübeck, Deutschland
  • Jost Steinhäuser - Universität zu Lübeck, Institut für Allgemeinmedizin, Lübeck, Deutschland
  • Wolfgang C. G. von Meißner - Universität zu Lübeck, Institut für Allgemeinmedizin, Lübeck, Deutschland; Europäische Fachhochschule, Deutschland; Hausärzte am Spritzenhaus, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. 58. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Würzburg, 26.-28.09.2024. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2024. DocV-16-02

doi: 10.3205/24degam085, urn:nbn:de:0183-24degam0859

Published: September 23, 2024

© 2024 Teufel et al.
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Text

Hintergrund: Neue Versorgungskonzepte wie HÄPPI (Hausärztliches Primärversorgungszentrum – Patientenversorgung Interprofessionell) des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes setzen auch auf den delegativen Einsatz von Physician Assistants (PA) in Teampraxen. Der Einsatz von PA in hausärztlichen Praxen in Deutschland steht im Vergleich zu anderen Ländern noch am Anfang. Es mangelt insbesondere an Untersuchungen zu diesem Thema.

Fragestellung: Welche Beratungsanlässe konnten im Beobachtungszeitraum von zwölf Monaten (März 2023 bis Februar 2024) durch eine PA-Studentin mit Vorbildung als medizinische Fachangestellte (MFA) im 4. und 5. Semster des Bachelorstudienganges mit welchem Grad an Selbständigkeit bewältigt werden?

Methoden: Sekundärdatenanalyse des PA-Terminkalenders mit Hilfe des Praxisverwaltungssystems abasoft EVA der Hausärzte am Spritzenhaus in Baiersbronn im Nordschwarzwald. Die Beratungsanlässe wurden unterschiedlichen Kompetenz-/ bzw. Delegationsstufen zugeordnet: I. Theoretische Kenntnisse vorhanden/mit Grundlagen vertraut, II. Durchführung mit Supervision/Aufsicht im selben Raum, III. Durchführung mit Supervision auf Abruf (Arzt/Ärztin in der Praxis), IV. Durchführung mit Supervision im Hintergrund (telefonische Erreichbarkeit, Nachbesprechung bei Unklarheiten), V. Eigenständige Durchführung (Arzt/Ärztin nur zur Unterschrift).

Ergebnisse: Im betrachteten Zwölfmonatszeitraum erhielten 1.140 Patienten einen Termin in der PA-Sprechstunde. Die Beratungsanlässe konnten verschiedenen Delegationsstufen zugeordnet werden. Die Analyse der Daten wird derzeit durchgeführt und wird auf dem DEGAM-Kongress präsentiert. Eine vorläufige Analyse der ersten 6 Monate an 575 Patienten ergab, dass ¾ der Beratungsanlässe in der PA-Sprechstunde eigenständig durchgeführt werden konnten.

Diskussion: Der Einsatz von PAs in Hausarztpraxen hat das Potenzial, das ärztliche Personal zu entlasten und die Versorgungsqualität zu verbessern.

Take Home Message für die Praxis: PA-Studierende mit entsprechender Vorerfahrung können in Hausarztpraxen bereits im Studium delegativ eingesetzt werden.