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58. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)

26.09. - 28.09.2024, Würzburg

Die Suche nach einem Schutz vor Mpox: eine qualitative Studie zu Impfbereitschaft und Erfahrungen mit der Impfung gegen Mpox in Deutschland

Meeting Abstract

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  • presenting/speaker Jendrik Dedow - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Institut für Allgemeinmedizin, Berlin, Deutschland
  • Philip Oeser - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Institut für Allgemeinmedizin, Berlin, Deutschland
  • Wolfram Joachim Herrmann - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Institut für Allgemeinmedizin, Berlin, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. 58. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Würzburg, 26.-28.09.2024. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2024. DocV-12-06

doi: 10.3205/24degam071, urn:nbn:de:0183-24degam0711

Published: September 23, 2024

© 2024 Dedow et al.
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Hintergrund: Die WHO stufte Mpox 2022 als globale Gesundheitsnotlage ein, insbesondere bei Männer, die Sex mit Männern haben (MSM). Die Verbreitung weckte Stigmatisierungsängste in der Schwulen-Community und barg Risiken für gesundheitliche Ungleichheiten. Noch gibt es wenig Literatur zu Erfahrungen von MSM in Bezug auf die Erreichbarkeit und den Zugang zur Impfung gegen Mpox in Deutschland während des akuten Ausbruchs und darüber hinaus.

Fragestellung: Wie bewältigten MSM in Deutschland die Suche nach der Mpox-Impfung und wie erlebten sie die diesbezügliche Versorgung und Kommunikation durch Gesundheitsmitarbeiter und Informationsvermittler?

Methoden: Qualitative Studie mit episodischen Interviews. Interviewt wurden 18 gezielt ausgewählte Teilnehmer:innen einer quantitativen Befragung in Deutschland. Die Auswertung erfolgte mittels Thematischen Kodierens nach Flick.

Ergebnisse: Die Studie zielt darauf ab, die Hindernisse zur Impfbereitschaft und zur optimalen Versorgung von MSM während eines akuten Ausbruchs zu identifizieren. Die vorläufige Analyse nach Abschluss der Datenerhebung ergab als wichtige Themen die mangelnde Verfügbarkeit des Impfstoffs, lange Wartezeiten und kommunikative Defizite der Behörden und Gesundheitsversorger.

Diskussion: Die Erkenntnisse aus dieser Studie können dazu beitragen, die Versorgungslücken für MSM zu schließen und die Kommunikation zwischen Gesundheitsversorgern und MSM zu verbessern, um Stigmatisierung und Ungleichheiten in der Gesundheitsversorgung zu minimieren.

Take Home Message für die Praxis: Die vorläufigen Ergebnisse dieser Untersuchung unterstreichen die Relevanz einer unkomplizierten und leicht zugänglichen Bereitstellung von Impfstoffen sowie einer effizienten Organisation und Kommunikation seitens der Gesundheitsdienstleister, um die Impfbereitschaft und -versorgung von MSM zu optimieren. Eine entscheidende Rolle kommt dabei den Hausärzten und Spezialpraxen zu, die durch proaktive Aufklärung ihrer MSM-Patienten über die Notwendigkeit und Verfügbarkeit von Impfungen dazu beitragen können, Stress und Ängste der Patienten zu reduzieren.