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Kataraktchirurgie bei Hornhauterkrankungen
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Published: | November 22, 2023 |
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Kataraktchirurgie wird heutzutage sehr erfolgreich durchgeführt und die Indikation zur Operation daher teilweise auch bei höheren Visusstufen gestellt. Das simultane Vorliegen von Hornhaut- und Augenoberflächenerkrankungen erfordert ein spezielles Vorgehen bei Katarakt-Operationen, da
- 1.
- vorbestehende Hornhaut-Veränderungen Operation und Biometrie erschweren können,
- 2.
- die Operation einen Risikofaktor für postoperative Hornhaut-Komplikationen darstellt und auch
- 3.
- die postoperative Therapie zu Hornhaut-Komplikationen führen kann.
In einigen Fällen wird eine Augenoberflächen- bzw. Hornhautproblematik erst postoperativ apparent, z.B. wenn durch die Operation und die postoperative Lokaltherapie ein Hornhautulcus bei vorher nicht erkannter neurotropher Keratopathie oder ausgeprägter Benetzungsstörung entsteht.
Es ist wichtig zu beachten, dass 20–60% der Patienten bereits vor der Kataraktoperation an einem trockenen Auge unterschiedlicher Genese und/oder einer Meibomdrüsendysfunktion leiden. Schwere Augenoberflächenerkrankungen wie die okuläre Graft-versus-host-Erkrankung oder das Vorhandensein eines Hornhauttransplantates machen eine spezielle perioperative Therapie und intensive Nachsorge nach Katarakt-Chirurgie erforderlich, um Komplikationen zu vermeiden bzw. rechtzeitig zu erkennen.