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Transforming Growth Factor-beta (TGF-beta) als prädiktiver Biomarker bei Patienten mit Urothelkarzinom der Harnblase, die mit radikaler Zystektomie behandelt werden
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| Veröffentlicht: | 26. April 2024 |
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Einleitung: Patienten, die sich einer radikalen Zystektomie (RZ) aufgrund eines nicht-metastasiertem Urothelkarzinoms der Harnblase unterziehen, unterscheiden sich teilweise stark in ihrem Überleben und es ist kompliziert vorherzusagen, wer ein Rezidiv oder ein Fortschreiten der Erkrankung erleidet.
Diese Studie untersucht den Zusammenhang zwischen TGF-beta-Plasmaspiegeln und pathologischen sowie Überlebensergebnissen bei Patienten mit nicht-metastasiertem Urothelkarzinom der Harnblase, die sich einer radikalen Zystektomie (RZ) unterzogen haben. Bei dieser Patientengruppe ist es schwierig vorherzusagen, wer ein Rezidiv oder ein Fortschreiten der Erkrankung erleiden wird.
Methoden: In dieser retrospektiven Studie wurden 1.036 Patienten an zwei verschiedenen medizinischen Einrichtungen untersucht, die sich einer RZ aufgrund eines nicht-metastasierten Urothelkarzinoms der Harnblase unterzogen haben. Präoperative TGF-beta-Plasmaspiegel wurden am Morgen der Operation bestimmt. Ein Tumorrezidiv wurde als lokoregionäres Rezidiv oder Fernmetastase definiert. Anschließend bewerteten wir das rezidivfreie Überleben (RFS), das krebsspezifische Überleben (CSS) und das Gesamtüberleben (OS) aller Teilnehmer. Unsere statistischen Analysen umfassten multivariable Regressionsmodelle, Receiver Operating Characteristic (ROC)-Kurvenanalysen und Harrell's C-Index.
Ergebnisse: Patienten mit erhöhten TGF-beta-Spiegeln (>4,135 ng/mL, N = 518) zeigten eine höhere Inzidenz von fortgeschrittenen Tumorgraden, erhöhtem pathologischen Tumorstadium, lymphovaskulärer Invasion und Lymphknotenbeteiligung im Vergleich zu denen mit niedrigeren Spiegeln (<4,135 ng/mL, N = 518, alle p<0,05). Multivariable Regressionsanalysen ergaben einen signifikanten Zusammenhang zwischen erhöhten TGF-beta-Spiegeln und Faktoren wie Lymphknotenbeteiligung, pT3/4-Stadium und jeglichem nicht organbegrenztem Stadium (alle p<0,05). Multivariable Cox-Regression-Modelle, angepasst für etablierte präoperative klinische Variablen, zeigten eine signifikante Assoziation zwischen erhöhten TGF-beta-Spiegeln und RFS (Hazard Ratio [HR]; 1,21; p<0,001), CSS (HR; 1,22; p<0,001) und OS (HR; 1,15; p<0,001). Die Einbeziehung von TGF-beta verbesserte den C-Index der Modelle. Weitere Analysen, die posttherapeutische Parameter berücksichtigten, bestätigten die signifikante Korrelation zwischen erhöhten TGF-beta-Spiegeln und onkologischen Ergebnissen, wobei die Hinzufügung von TGF-beta zu den Modellen den C-Index verbesserte.
Schlussfolgerungen: TGF-beta-Plasmaspiegel korrelieren signifikant mit rezidivfreiem, krebsspezifischem und Gesamtüberleben. Vorbehaltlich einer externen Validierung könnte die Einbeziehung von TGF-beta die Risikostratifizierung bei Urothelkarzinom-Patienten verbessern und damit die Behandlung weiter individualisieren.
