Artikel
Der Charlson-Deyo Komorbiditätsindex als neuer Tumorrezidiv-Prediktor bei nicht-muskelinvasivem Blasenkarzinom
Suche in Medline nach
Autoren
| Veröffentlicht: | 26. April 2024 |
|---|
Gliederung
Text
Einleitung: Bei vielen Tumorentitäten ist das Vorhandensein von Komorbiditäten mit einem erhöhten Rezidivrisiko assoziiert. Bis jetzt ist es jedoch unklar ob dies auch für nicht-muskelinvasive Blasentumorpatient:innen (NMIBT) gilt. Der Charlson-Deyo-Komorbiditätsindex (CKI) ist ein etabliertes Scoring System zur Beurteilung des Komorbiditäten-Ausmaßes. Wir untersuchten den Einfluss von CKI auf das Rezidivrisiko von NMIBT Patient:innen.
Methode: Wir identifizierten NMIBT Patient:innen (Ta, T1, TIS), bei denen zwischen 2010 und 2018 eine transurethrale Resektion der Blase (TURB) durchgeführt wurde. Kaplan-Meier-Kurven sowie uni- und multivariable Cox-Regressionsmodelle wurden verwendet, um Unterschiede des Rezidivrisikos zwischen geringer und hoher Komorbiditätsbelastung (CKI ≤ 4 vs. > 4) zu erfassen.
Ergebnisse: Insgesamt wurden 1.072 NMIBT Patient:innen identifiziert. Das mediane Follow-up der Studienpopulation betrug 55 Monate (IQR 29,6-79,0). Von allen 1.072 NMIBT Patient:innen hatten 423 (39%) eine geringe Komorbiditätsbelastung (CKI ≥ 4) und 649 (61%) eine hohe Komorbiditätsbelastung (CKI > 4). Insgesamt betrug das Rezidivrisiko nach 12 Monaten Follow-up 10% und nach 72 Monaten 22%. In den Gruppen mit geringer vs. hoher Komorbiditätsbelastung betrugen die Rückfallraten 6 vs. 12% nach 12 Monaten und 18 vs. 25% nach 72 Monaten Follow-up (p=0,02). In multivariablen Regressionsmodeln war eine hohe Komorbiditätsbelastung (CKI > 4) unabhängig mit einem höheren Rezidivrisiko assoziiert (HR 1,42, 95%-KI 1,06-1,92, p=0,018).
Schlussfolgerung: NMIBT Patient:innen leiden häufig unter Komorbiditäten. Unsere Daten legen nahe, dass Patient:innen mit einem höheren CKI ein erhöhtes Risiko für eine Rezidiv-Entstehung haben. Infolgedessen sollten Patient:innen mit hoher Komorbiditätsbelastung besonders ermutigt werden, sich an richtlinienkonforme Follow-up-Protokolle zu halten.
