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18F-FDG-PET/MRI bei Patienten mit endokriner Orbitopathie
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Veröffentlicht: | 29. Januar 2021 |
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Hintergrund: Die Erfassung von Befallsmuster und Aktivität der endokrinen Orbitopathie (EO) ist essentiell für die individuelle, stadiengerechte Behandlungsplanung, da nur eine optimale antientzündliche Therapie Spätfolgen verhindern bzw. abmildern kann. Mittels [F-18]FDG-PET/MRT lässt sich die Aktivität entzündlichen Gewebes durch Mehranreicherung von radioaktiv markierter Glucose messen. Ziel dieser Studie war die Evaluation des PET/MRT bei Patienten mit EO zur Erfassung von Befallsmuster und Aktivität im Vergleich zur MRT und klinischen Untersuchung.
Methodik: Eingeschlossen wurden Patienten mit neu aufgetretener EO, die sich zur Behandlung in unserem EUGOGO-Zentrum vorstellten. Nach augenärztlicher Untersuchung mit Bestimmung des Schweregrads (NOSPECS), der Aktivität (CAS) und der Motilität erfolgte eine dual-point [F-18]FDG-PET/MRT-Messung des Kopfes mit geschlossenen Augen und i.v. KM an einem integrierten PET/MRT (Siemens-Biograph-mMRT). Die PET-Daten wurde hinsichtlich fokaler Tracermehranreicherungen, metabolic target volume (MTV), total lesion glycolysis (TLG) und SUVmax (‘standardized uptake value’) und die MRT-Aufnahmen hinsichtlich Augenmuskeldurchmesser und Ödem für jedes Auge bewertet und mit den klinischen Daten korreliert.
Ergebnisse: Untersucht wurden 14 Patienten. 3 mit milder, 7 mit moderat-schwerer und 4 mit visusbedrohender EO. Letztere zeigten signifikant erhöhte TLG und MTV Werte verglichen mit milden und moderat-schweren EO Patienten (11.5 vs. 4.0; p=0.02 und 11.8 vs. 4.7; p=0.03). Der klinische Schweregradscore NOSPECS zeigte eine signifikante Korrelation mit den PET Parametern MTV und TLG (R2= 0.49-0.61). Die Aktivität einzelner Muskeln zeigte keine Korrelation zur Motilität.
Schlussfolgerungen: Mittels [F-18]FDG-PET/MRT lassen sich die Schweregrade der EO differenzieren und die Aktivität der Patienten quantifizieren. Dabei zeigte sich eine gute Korrelation zu klinischen Werten. Aufgrund der Komplexität, der Kosten und nicht flächendeckenden Verfügbarkeit der PET/MRT Untersuchung ist sie derzeit noch nicht für die Routine geeignet. Einzelne schwierige Fälle könnten bereits jetzt zur Untersuchung des Therapieansprechens davon profitieren. Zukünftig könnten verkürzte Protokolle und neue Tracer den Stellenwert des PET/MRT verändern.