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175. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte

01.02. - 02.02.2013, Bochum

Der Einfluss bilateraler Kataraktchirurgie auf visusassoziierte Aktivitätseinschränkungen im Alltag

Meeting Abstract

  • Kristian Gerstmeyer - Minden
  • A. Harrer - Wien/A
  • N. Hirnschall - Wien/A
  • K. Pesudovs - Adelaide/AUS
  • M. Lundstrom - Lund/S
  • O. Findl - Wien/A; London/UK

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte. 175. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte. Bochum, 01.-02.02.2013. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2013. Doc13rwa71

doi: 10.3205/13rwa71, urn:nbn:de:0183-13rwa715

Veröffentlicht: 30. Januar 2013

© 2013 Gerstmeyer et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Validierung des Einflusses bilateraler Kataraktchirurgie auf visuelle Beeinträchtigungen im Alltag mit der deutschen Version des schwedischen Catquest-9SF Fragebogens (Lundstrom et al.)

Methode: Prospektive zwei Zentren-Studie (Wien, Minden). Professionelle Hin- und Rückübersetzung durch zwei Übersetzerteams zur Minimierung semantischer Unterschiede. Der Fragebogen erfaßt visusassoziierte Probleme im täglichen Leben, die generelle Zufriedenheit mit dem derzeitigen Sehvermögen und Schwierigkeiten bei verschiedenen Aktivitäten, zum Beispiel beim Lesen, Erkennen von Gesichtern oder Erkennen von Bodenunebenheiten beim Gehen und wurde von 210 Patienten (120 Österreich, 90 Deutschland), Alter von 41 bis 92 Jahren (MW 74,1 Jahre, 42% m, 58% w) prä und post-OP beantwortet. Überprüfung der Reproduzierbarkeit mit Rasch-Analyse auf der Basis eines Andrich-Ratingskalenmodells..

Ergebnisse: Häufige präoperative Schwierigkeiten betreffen Handarbeiten (42%), Erkennen von Bodenunebenheiten (30%), seltener Probleme bei der Arbeit oder bei Hobbies. 60% der österreichischen und etwa 50% der deutschen Patienten waren sehr unzufrieden mit dem präoperativen Visus und etwa 10% aller Patienten hatten massive Schwierigkeiten im Alltag. Postoperativ besserte sich das subjektive Sehvermögens bei allen Patienten wesentlich. Patienten mit beidseitiger OP hatten präoperativ die größten Schwierigkeiten, jene mit nur einseitiger OP wiesen prä-OP geringere visusassoziierte Aktivitätseinschränkungen auf, erreichten aber nicht das Ausmaß der Verbesserung und Zufriedenheit wie die bilateral operierte Gruppe.

Schlussfolgerung: Beidseitig operierte Patienten erreichen deutliche Besserungen visusassoziierter Aktivitätseinschränkungen und höhere Zufriedenheitsgrade. Eine Patientengruppe mit weniger ausgeprägten präoperativen Schwierigkeiten war mit einseitiger OP zufrieden. Der CATQUEST-9SF ermöglicht eine rasche und effiziente Erfassung von Problemen und Erwartungen vor und nach Kataraktoperationen.