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97. Versammlung des Vereins Rhein-Mainischer Augenärzte

Verein Rhein-Mainischer Augenärzte

09.11.2024, Mainz

Klinische Ergebnisse zum Therapiewechsel zu Faricimab bei Patienten mit diabetischem Makulaödem und vorausgegangener Anti-VEGF-Therapie

Meeting Abstract

  • Peter Wolfrum - Mainz
  • E. W. Böhm - Mainz
  • K. Lorenz - Mainz
  • B. Stoffelns - Mainz
  • N. Pfeiffer - Mainz
  • C. A. Korb - Mainz

Verein Rhein-Mainischer Augenärzte. 97.Versammlung des Vereins Rhein-Mainischer Augenärzte. Mainz, 09.-09.11.2024. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2025. Doc24rma03

doi: 10.3205/24rma03, urn:nbn:de:0183-24rma030

Veröffentlicht: 16. Mai 2025

© 2025 Wolfrum et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Im Rahmen dieser Studie untersuchen wir klinische Ergebnisse von Patienten mit diabetischem Makulaödem (DMÖ) nach Umstellung auf intravitreales Faricimab (IVF).

Methoden: Wir führten eine retrospektive Untersuchung aller Patienten durch, die wegen eines DMÖ mit IVF behandelt wurden und auf eine vorherige Anti-VEGF-Therapie nicht ausreichend angesprochen hatten. Die erhobenen Daten umfassten demografische Daten der Patienten, die Krankengeschichte, die bestkorrigierte Sehschärfe (BCVA), die zentrale Netzhautdicke (CRT) sowie das zentrale 3 mm Netzhautvolumen (CRV). Dabei erfolgte eine Analyse der Änderung funktioneller und struktureller Messparameter vor und nach IVF, ein Vergleich der demografischen Ausgangsdaten und Behandlungsfaktoren zwischen Faricimab-Respondern und non-Respondern und eine Untersuchung möglicher Einflussfaktoren auf die BCVA und CRT, in Folge des Therapiewechsels.

Ergebnisse: Es wurden insgesamt 25 Augen von 16 Patienten eingeschlossen. In Folge der Umstellung auf IVF zeigte sich keine signifikante Verbesserung des mittleren Visus, mit 59,4±13,4 ETDRS-Buchstaben (Early Treatment of Diabetic Retinopathy Study) vor Therapieumstellung, sowie 61,4±12,8 ETDRS-Buchstaben in Folge des IVF (p=0,26). Die CRT verringerte sich signifikant von 414,4±126,3 µm auf 353,3±131,1 µm (p<0,011) und die CRV verringerte sich signifikant von 2,8±0,5 mm3 auf 2,6±0,6 mm3 (p<0,012). Sieben Patienten erfüllten die Responder-Kriterien und wiesen eine Verbesserung von mindestens 5 ETDRS-Buchstaben, als auch eine gleichzeitige CRT-Reduktion von mindestens 30 µm auf. Weitere Analysen zeigten, dass ein höherer Visus vor Therapieumstellung (p<0,001) mit einem besseren Visus in Folge des IVF verbunden war, während eine höhere CRT bei Studienbeginn (p<0,003), eine höhere Anzahl vorausgegangener Anti-VEGF-Wirkstoffe (p<0,034), sowie vorausgegangener Kortikosteroid-Injektionen (p<0,019), mit einer höheren CRT in Folge des Therapiewechsels verbunden waren.

Schlussfolgerungen: Nach der ersten IVF-Injektionsserie beobachteten wir eine deutliche Verbesserung der anatomischen Messparameter. Eine funktionelle Verbesserung wurde nicht beobachtet, bei stabiler Sehschärfe. Ein höherer Ausgangs-BCVA war mit einer besseren BCVA in Folge des IVF assoziiert, während eine höherer Ausgangs-CRT, eine größere Anzahl vorausgegangener Anti-VEGF-Wirkstoffe und vorausgegangenen Kortikosteroid-Injektionen mit einer höheren CRT, in Folge der IVF Umstellung, in Verbund gebracht wurde.