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68. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie

Nordrhein-Westfälische Gesellschaft für Urologie e. V.

30.03. - 31.03.2023, Essen

Gedoppelte, proximal abortive, epispade Urethra – ein Fallbericht

Meeting Abstract

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  • presenting/speaker Inga Kunz - Helios Klinikum Krefeld, Krefeld, Deutschland
  • Martin Friedrich - Helios Klinikum Krefeld, Krefeld, Deutschland
  • Darko Kröpfl - Helios Klinikum Krefeld, Krefeld, Deutschland

Nordrhein-Westfälische Gesellschaft für Urologie. 68. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie. Essen, 30.-31.03.2023. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2023. DocP 1.1

doi: 10.3205/23nrwgu36, urn:nbn:de:0183-23nrwgu360

Veröffentlicht: 28. März 2023

© 2023 Kunz et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Berichtet wird ein Fall einer gedoppelten, proximal abortiven epispaden Urethra in einem 6-jährigen Jungen. Dieser wurde vorgestellt nachdem auswärts bei der Resektion einer Vorhautzyste dorsal proximal penil ein Porus verschlossen wurde. Dieser war reizlos und hatte nie sezerniert. Darunter entwickelte sich nun eine zunehmend größer werdende Raumforderung mit Druckgefühl bei dem Patienten.

Methodik: Fallvorstellung anhand prä- und intraoperativer Fotos und Röntgenbilder.

Bei der Inspektion zeigte sich eine normkonfigurierte Urethra mit orthotop glandulär gelegenem Meatus. Die Vorhaut wies eine angedeutete ventrale Schürze auf. Errigiert bestand eine Kurvatur von ca. 10 Grad nach dorsal. Am dorsalen Penisschaft zeigte sich ein Streifen hellere, glänzende Haut, wie eine angedeutete Urethralplatte Wir stellten daher den Verdacht auf eine abortive gedoppelte Urethra.

Ergebnisse: Auf Grund der zunehmenden Raumforderung erfolgte die operative Freilegung mit intraoperativem retrogradem Urethrogramm und Versuch der Sondierung der epispaden Urethra. Diese stellte sich nach proximal verschlossen dar. Die Raumforderung entwickelte sich durch Talgretention nach einfacher Übernähung des epispaden Meatus. Es erfolgte das tiefe Absetzen der abortiven, epispaden gedoppelten Urethra.

Schlussfolgerung: Der operative Verschluss des Meatus ohne Exzision der urethralen Anlage führte in diesem Fall zur Entwicklung von Problemen. Zuvor war der Junge beschwerdefrei. Bei unklarem Genitalen Befund sollte immer eine kinderurologische Expertise vor operativen Maßnahmen eingeholt werden.