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9. Mitteldeutscher Wundkongress

22.03. - 23.03.2019, Magdeburg

Wund-pH-Wert und -Temperatur und deren diagnostische und therapeutische Bedeutung

Meeting Abstract

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  • Thomas Eberlein - Wound Consulting GmbH, Wien

9. Mitteldeutscher Wundkongress. Magdeburg, 22.-23.03.2019. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; . Doc19mdw20

doi: 10.3205/19mdw20, urn:nbn:de:0183-19mdw203

Veröffentlicht:

©  Eberlein.
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Gliederung

Text

Einleitung: Als wichtiger, aber immer noch nicht in jeder Beziehung geklärter Parameter bleiben der Wund-pH-Wert und die Wundtemperatur im Fokus wissenschaftlicher Betrachtungen hinsichtlich der Diagnose und Behandlung von chronischen Wunden.

Durch zahlreiche Belege wird die Aussage gestützt, dass eine schnelle (akute) Wundheilung bei niedrigen, sauren pH-Werten erfolgt. Der Unterschied der pH-Werte bei akuten und chronischen Wunden hat sich außerdem als relativ zu den Unterschieden im Charakter des Wundexsudates gezeigt. Der Fortschritt bei der Behandlung dieser (chronischen) Wunden wird durch eine pH-Reduzierung erreicht.

Eine Übersicht der klinischen Erkenntnisse bietet die Tabelle 1 [Tab. 1].

Bisher war jedoch kein einfaches, komfortables und kostengünstiges kommerzielles Instrument zur Messung des pH-Werts von Wunden in der klinischen Routine verfügbar.

Material und Methoden: Die Sammlung klinischer Daten erfolgte durch Monitoring von Temperatur und pH-Wert mittels des pH-Messgerätes bei 243 chronischen Wunden unterschiedlicher Genese (arterielle, venöse, gemischte, diabetisch-neuropathische und posttraumatische Wunden).

Die Messung kann dabei einfach und ökonomisch durchgeführt werden, vergleichbar einfach zur Messung von Körpertemperatur oder Blutdruck:

  • ohne Vor- oder Nachkalibrierung
  • Echtzeit-Messung direkt in der Wunde (keine Entnahme von Exsudat)
  • parallele Messung von pH-Wert und Temperatur
  • sehr kurze Messperioden (ca. 30 Sek.)

Ergebnisse und Fazit: Wie vielfältig belegt, findet die akute Wundheilung bei sauren pH-Werten statt. Unterschiede im Wund-pH-Wert bei akuten und chronischen Wunden haben gezeigt, dass sie in Relation zu den Unterschieden im Charakter des Exsudates stehen, welches den pH-Wert maßgeblich beeinflusst.

Der Behandlungsfortschritt bei chronischen Wunden wird durch eine pH-Reduzierung erreicht. Nunmehr ist es möglich, im Rahmen der Interpretation der eigenen Daten unter Berücksichtigung von Wund-pH-Wert und Wundtemperatur, Aussagen zur Nutzung als prädikative Marker der Wundheilung vorzustellen.