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94. Jahrestagung der Vereinigung Südwestdeutscher Hals-Nasen-Ohrenärzte

17. - 18.09.2010, Eltville im Rheingau

Die komplexe Rhinobasisrevision durch autologen lokalen sowie distalen Gewebetransfer

Meeting Abstract

  • corresponding author presenting/speaker Thomas Hoffmann - HNO-Univ.-Klinik, Essen, Deutschland
  • Erol Sandalcioglu - Neurochirurgie, Essen, Deutschland
  • Robert Hierner - Plast. Chirurgie, Essen, Deutschland
  • Daniel Hänggi - Neurochirurgie, Düsseldorf, Deutschland
  • Stephan Lang - HNO-Univ.-Klinik, Essen, Deutschland

Vereinigung Südwestdeutscher Hals-Nasen-Ohrenärzte. 94. Jahrestagung der Vereinigung Südwestdeutscher Hals-Nasen-Ohrenärzte. Eltville im Rheingau, 17.-18.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10hnosw11

doi: 10.3205/10hnosw11, urn:nbn:de:0183-10hnosw111

Veröffentlicht: 2. August 2010

© 2010 Hoffmann et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Die nach Tumorchirurgie oder Trauma eröffnete Rhinobasis bedarf eines suffizienten Abschluss um Rhinoliquorrhoe u./o. Hirngewebeprolaps zu verhindern.

Dieser Abschluss ist durch das alleinige Einbringen von avitalem autologen, allogenem sowie xenogenem Material nur eingeschränkt möglich und verlangt unter Umständen nach einer zuverlässigen Versorgung mit Hilfe eines vaskularisierten lokalen oder distalen Gewebetransfers.

Methoden: Rhinobasisdefekte von insgesamt 33 Patienten wurden interdisziplinär mit Hilfe des autologen Gewebetransfers gedeckt.

Kleinere, nach endoskopisch endonasaler Chirurgie entstandene Defekte (n=22, hierunter Meningeome, spontane Liquorfisteln, Hypophysenadenome, Chordom, Chondroblastom, Metastase, nasale Fistel) wurden durch lokale gefäßgestielte (Art. sphenopalatina) Schleimhautlappen aus der unteren Muschel (3) oder dem Septum (19) gedeckt. Bei größeren Defekten (n=11, hierunter Meningoencephalozelen, Plattenepithelkarzinome, Aesthesioneuroblastome, Adenokarzinom) wurde die Rhinobasis mit Hilfe eines Calvarian Split und eines Galea Periost Lappens (7) sowie eines M. temporalis Lappens (1) suffizient abgeschlossen. In posttraumatischen Fällen (3) wurde nach mehrfachen auswärts durchgeführten und frustran verlaufenden Deckungsversuchen die Rhinobasis mit einem freien, gefäßanastomisierten und desepithelisierten Unterarmlappen revidiert.

Ergebnisse: Alle 33 Fälle wurden in Hinblick auf die Prävention/Behandlung einer Rhinoliquorrhoe und/oder Hirngewebeprolaps erfolgreich abgeschlossen.

Schlussfolgerung: Die suffiziente Revision komplexer Rhinobasisdefekte gelingt unter Verwendung eines autologen lokalen und im Extremfall auch distalen Gewebetransfers und bedarf einer engen Kooperation zwischen den in der Kopf-Hals-Chirurgie tätigen Fachdisziplinen.