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86. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

13.05. - 16.05.2015, Berlin

CI-Wizard zur Segmentierung der lateralen Schädelbasis

Meeting Abstract

  • corresponding author Markus Pirlich - Klinik und Poliklinik für HNO, Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig
  • Mathias Hofer - HNO Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig
  • Andreas Dietz - Klinikdirektor, HNO Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig
  • Mary Tittmann - Universität Tübingen, Tübingen
  • Daniela Franz - Fraunhofer Institut IIS, Erlangen

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 86. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Berlin, 13.-16.05.2015. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2015. Doc15hnod438

doi: 10.3205/15hnod438, urn:nbn:de:0183-15hnod4384

Veröffentlicht: 26. März 2015

© 2015 Pirlich et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Der Wizard ist ein Computerprogramm zur Segmentierung der lateralen Schädelbasis und Werkzeug der präoperativen Planung von Cochlea-Implantationen. Mittels halbautomatischer Korrekturen kann der Mediziner hierbei seine Expertise anwenden und ein 3D Modell zur Visualisierung der Risikostrukturen für die Operation generieren.

Methoden: Die Genauigkeit des Wizard wird anhand individueller Unterschiede in der CT-Segmentierung gegenüber eines Goldstandards untersucht. Ein Fragebogen dient der Evaluation der Benutzerfreundlichkeit des Wizard. Zudem werden Lernkurven der Probanden nach mehreren Datensätzen erfasst. In dieser Studie nehmen 36 Probanden, gegliedert in 3 Expertiselevel, teil. Jeder Proband soll nach einer standardisierten Anleitung selbstständig Strukturen der lateralen Schädelbasis an 4 CT-Datensätzen segmentieren.

Ergebnisse: Es zeigen sich signifikante Unterschiede in der Genauigkeit der Segmentierung in Referenz zum Goldstandard (Expertengruppe mit Jaccard-Index>0,7). Auffallend auch eine steile Lernkurve bei der Mehrzahl der Probanden im Verlauf der Segmentierungen. Der subjektive Zeitaufwand wird im Mittel als „angemessen“ und die Bedienbarkeit als nur „mit kleinen Mängeln“ beschrieben. Bei verschiedenen Expertiseleveln zeigen unsere Daten deutliche Unterschiede in der Zeiterfassung „pro Struktur (t=1,75min)“ und „pro Datensatz (t=14 min)“.

Schlussfolgerungen: Der Wizard stellt ein nützliches Hilfsmittel dar, um den OP Situs präoperativ zu visualisieren. Da sich aus den Ergebnissen bei guter Benutzerfreundlichkeit eine akzeptable Dauer für die Segmentierungen ergibt, scheint eine Anwendung v.a. bei schwierigen anatomischen Verhältnissen im klinischen Alltag möglich und sinnvoll. Der Wizard ist zudem für „Nicht-Operateure“ ein gutes Ausbildungsinstrument.

Der Erstautor gibt keinen Interessenkonflikt an.