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86. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

13.05. - 16.05.2015, Berlin

Pulsierender Tumor des Lobulus auriculae

Meeting Abstract

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  • corresponding author Anja Giers - Klinik für HNO-Heilkunde der Otto-von-Guericke-Universität, Magdeburg
  • Ulrich Vorwerk - Klinik für HNO-Heilkunde der Otto-von-Guericke-Universität, Magdeburg
  • Christoph Arens - Klinik für HNO-Heilkunde der Otto-von-Guericke-Universität, Magdeburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 86. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Berlin, 13.-16.05.2015. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2015. Doc15hnod346

doi: 10.3205/15hnod346, urn:nbn:de:0183-15hnod3460

Veröffentlicht: 26. März 2015

© 2015 Giers et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Tumoröse Veränderungen im Bereich des äußeren Ohres begegnen uns im klinischen Alltag häufig. Zumeist handelt es sich um Plattenepithel- oder Basalzellkarzinome, die der chirurgischen Therapie in örtlicher Betäubung leicht zugänglich sind. In seltenen Fällen kommt es zu Veränderungen, die einer ausgedehnteren präoperativen Diagnostik bedürfen.

Kasuistik: Wir berichten von einer 53jährigen Patientin mit einem progredienten Tumor des linken Lobulus auriculae. Sie bemerkte ein Schwirren der Raumforderung. Anamnestisch bestand ein Zustand nach chirurgischer Therapie eines Hämangioms des linken Ohrläppchens von 1983 und nach laserchirurgischer Behandlung von 2001. Klinisch imponierte eine ca. 3 cm große, livide Raumforderung, die das gesamte Ohrläppchen vereinnahmte und auf das periauriculäre Weichgewebe überging. Bei der Palpation war ein kräftiger Pulsschlag in diesem Tumor zu spüren. Sonographisch wurde ein Gefäßkonvolut, das von retroauriculär gespeist wurde, beschrieben. Eine Infiltration der Glandula parotidea konnte ausgeschlossen werden.

In der MRT zeigte sich ein pathologisches Gefäßkonvolut an der linken Ohrmuschel. Das Konvolut wurde aus Ästen der A. carotis externa versorgt. Die abführenden Gefäße, die V. retromandibularis und die V. jugularis interna stellten sich dilatiert dar. Im Rahmen der operativen Versorgung der High-Flow AV- Malformation wurde das zuführende Gefäß retroauriculär aufgesucht und ligiert, danach der Tumor in toto exstirpiert und das Ohrläppchen plastisch rekonstruiert.

Schlussfolgerung: High-Flow Gefäßmalformationen sind seltene Gefäßtumore im HNO-Bereich, bedürfen jedoch auf Grund der intraoperativen Komplikationsgefahr einer erweiterten präoperativen Diagnostik und ggf. auch eines interdisziplinären therapeutischen Vorgehens.

Der Erstautor gibt keinen Interessenkonflikt an.