gms | German Medical Science

83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Inzidenz und Mortalität von Oropharynxtumoren und Larynx-/Hypopharynxtumoren im Vergleich über den Zeitraum von 1993–2009

Meeting Abstract

  • Katrin Lautenschläger - St. Elisabeth Krankenhaus Leipzig, Leipzig
  • Franziska Lindner - HNO Universitätsklinik, Leipzig
  • Gunnar Wichmann - HNO Universitätsklinik, Leipzig
  • Andreas Dietz - HNO Universitätsklinik, Leipzig
  • corresponding author Andreas Boehm - HNO Universitätsklinik, Leipzig

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod260

doi: 10.3205/12hnod260, urn:nbn:de:0183-12hnod2608

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Lautenschläger et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung: Aufgrund der weltweit diskutierten Zunahme der HPV-assoziierten Oropharynxkarzinome treten derzeit längsschnitt-epidemiologische Betrachtungen von Kopf-Hals-Karzinomen (HNSCC) in den Vordergrund.

Methoden: Es wurde eine retrospektive Analyse aller Patienten mit HNSCC durchgeführt, die von 1993 bis 2009 in der HNO Klinik Leipzig behandelt wurden und an das Tumorzentrum (via GTDS) gemeldet wurden. Die an das GTDS gemeldeten Daten wurden in eine Datenbank übertragen, um zusätzliche Daten aus den Papierakten ergänzt und mit SPSS 18.0 ausgewertet.

Ergebnisse: Von 4312 gemeldeten HNSCC-Patienten wurden 1116 mit Larynx-/Hypopharynx- (LH) und 1181 mit Oropharynxkarzinomen (O) erfasst. Die lokale Inzidenz der LH ist mit 60-70/a etwa konstant geblieben. Dagegen stieg die Zahl der O von 20-25/a auf ca. 75-80/a in 2008/2009 an. Zum Diagnosezeitpunkt lag bei 63% der HL ein fortgeschrittenes Tumorstadium (UICC Stadium III+IV) vor. Das Alter zur Diagnosestellung lag bei kleinen Tumoren (UICC I+II) mit 63,4 Jahren höher als bei den großen Tumoren mit 59,9 (UICC III+IV). Im Verlauf nahm das Diagnosealter insgesamt und in den Gruppen zu (93-97 UICC I+II: 63,5, UICC III+IV: 58,9; 98-04: 62,6/ 59,9; 05-09: 64,6/ 60,7). Entgegen der Alterszunahme der LH war bei O eine Abnahme des Alters zu verzeichnen (93-97: 58,3, 98-04: 57,8, 05-09: 57,0). Der Anteil der Patienten mit Risikoanamese lag bei den LH mit 94,5% höher als bei den O mit 88,0%. Eine HPV- bzw. p16-Diagnostik wird erst seit 2 Jahren durchgeführt und kann nicht berücksichtigt werden.

Diskussion: Die Inzidenzverläufe bestätigen eine Zunahme der Oropharynxkarzinome im Einzugsgebiet der Leipziger Klinik. Die jüngeren Alterszahlen, die geringere Komorbidität und der Anstieg legen den vermuteten Zusammenhang mit HPV nahe. Vor diesem Hintergrund ist die Forschung zur Diagnostik von HPV und der Therapieoptimierung für die HPV positiven wie negativen Patienten wichtig.