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Gesundheit im Lebensverlauf – aktuelle Erkenntnisse des bundesweiten Gesundheitsmonitorings
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| Veröffentlicht: | 6. September 2024 |
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Symposium-Vorsitz: PD Dr. Hannelore Neuhauser, Dr. Claudia Hövener, Dr. Anke-Christine Saß
Symposium-Vortragende: Prof. Dr. Julika Loss, Dr. Kristin Manz, Dr. Almut Richter, Petra Rattay, Dr. Judith Fuchs, Dr. Beate Gaertner, Dr. Claudia Hövener, Carmen Koschollek, Dr. Thomas Ziese
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Inhalt (inkl. Titel der Einzelbeiträge mit vortragender Person und Co-Autor:innen): Das Gesundheitsmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) hat die Aufgabe, kontinuierlich Entwicklungen im Krankheitsgeschehen sowie im Gesundheits- und Risikoverhalten in Deutschland zu beobachten und diese im Rahmen der Gesundheitsberichterstattung (GBE) zu beschreiben. Das beinhaltet die Beschreibung der gesundheitlichen Lage der Bevölkerung, die Analyse von Problemlagen sowie Personengruppen mit besonderen gesundheitlichen Bedarfen und weist auf (politische) Handlungsbedarfe hin. Dabei berücksichtigt die GBE die sozial und regional ungleiche Verteilung von Gesundheitsrisiken und Präventionspotenzialen. Das Symposium zeigt anhand von vier Vorträgen aktuelle Themen und Entwicklungen des Gesundheitsmonitorings am RKI und der Gesundheitsberichterstattung des Bundes auf.
- Aktuelles zu Ernährung, Bewegung und gesundheitlichen Ungleichheiten im Kindes- und Jugendalter (Prof. Dr. Julika Loss, Dr. Kristin Manz, Dr. Almut Richter, Petra Rattay): Umfassende Daten zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen wurden 2022 bis 2023 in der KIDA-Studie (Kindergesundheit in Deutschland aktuell) erhoben. Dazu wurden Eltern von Kindern (3 bis 15 Jahren) und Jugendliche (16 bis 17 Jahre) telefonisch befragt (n= 6.992); 2.894 davon nahmen anschließend an einer vertiefenden Online-Befragung teil. Die Daten ermöglichen u.a. Aussagen zum Bewegungs- und Ernährungsverhalten der Kinder und Jugendlichen sowie zur Nutzung von Sportangeboten. Außerdem können sozial bedingte Unterschiede in Gesundheitsstatus, Bewegung und Ernährung, sowie Inanspruchnahme von unterstützenden Maßnahmen beschrieben werden. Ergebnisse zeigen unter anderem pandemiebedingte Reduzierung von Sportangeboten sowie soziale Unterschiede in der Inanspruchnahme von unterstützenden Maßnahmen.
- Gesundheit, Wohlbefinden und Einschränkungen älterer Menschen in Deutschland (Dr. Judith Fuchs, Dr. Beate Gaertner): Die epidemiologische Längsschnittstudie Gesundheit 65+ mit Erhebungszeitraum 2021 bis 2023 ist die erste bundesweite, bevölkerungsbezogene Befragungs- und Untersuchungsstudie für die Bevölkerung ab 65 Jahren. Studieninhalte und -abläufe wurden an Pandemiebedingungen angepasst und so gestaltet, dass auch körperlich oder kognitiv eingeschränkte Personen teilnehmen konnten. An der Basiserhebung nahmen 3.694 Personen teil. Mit insgesamt drei Verlaufsbefragungen und einer abschließenden Untersuchung im Hausbesuch (n = 1.493) kann die Gesundheit älterer Menschen analysiert werden. Vorgestellt werden z.B. Ergebnisse zum Wohlbefinden, zu gesundheitsbedingten Einschränkungen, und Stürzen.
- Gesundheitliche Ungleichheiten bei Menschen mit Migrationsgeschichte: Ergebnisse der multimodalen und mehrsprachigen Befragungsstudie GEDA Fokus (Dr. Claudia Hövener, Carmen Koschollek): Die Befragungsstudie GEDA Fokus unter Menschen mit italienischer, kroatischer, polnischer, syrischer oder türkischer Staatsangehörigkeit fand von 2021 bis 2022 statt. In einem sequenziellen Verfahren wurden basierend auf einer Einwohnermeldeamtsstichprobe 6.032 Personen multimodal (online, schriftlich und persönliches oder telefonisches Interview) zu ihrer Gesundheit (körperlich, psychische, Gesundheitsverhalten und Inanspruchnahme) und relevanten sozialen Determinanten befragt. Es werden Ergebnisse zu ausgewählten Kernindikatoren zur Beschreibung der Gesundheit von Menschen mit Migrationsgeschichte präsentiert.
- Nutzung von Paneldaten für Gesundheitsmonitoring und Public Health Surveillance (Prof. Dr. Julika Loss, Dr. Thomas Ziese): Seit 2024 wird am RKI das Panel „Gesundheit in Deutschland“ mit über 30.000 Teilnehmenden etabliert. Mit dieser Infrastruktur sollen regelmäßig Eckdaten zur Bevölkerungsgesundheit erhoben und eine auf nicht-übertragbare Erkrankungen fokussierte Public Health Surveillance aufgebaut werden. Zudem können ins Panel aktuelle und vertiefende Themen eingebracht und perspektivisch Sekundärdaten verknüpft werden. Erste Informationen zur Stichprobe und Potenziale für die Public Health-Surveillance und -forschung werden vorgestellt. Es ist geplant, die Ergebnisse der Panel-Erhebungen zeitnah und anschaulich visualisiert in einem digitalen Health Information System zugänglich zu machen.
Die Autoren geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Die Autoren geben an, dass ein positives Ethikvotum vorliegt.
