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Klimaangst bei Erwachsenen mit Depression respektive Angststörung
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| Veröffentlicht: | 6. September 2024 |
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Einleitung: Als Klimaängste bezeichnet man Ängste, die mit dem anthropogenen Klimawandel zusammenhängen [1]. Auch wenn zwei Drittel der Deutschen ein hohes Bewusstsein für den Klimawandel besitzen [2], fallen Klimaängste bei Erwachsenen in Deutschland eher niedrig aus [3]. Sowohl das Klimabewusstsein [2] als auch Klimaängste [3] können sich allerdings negativ auf die psychische Gesundheit auswirken, weshalb die Identifikation von vulnerablen Gruppen diesbezüglich von zentraler Bedeutung ist [4]. Bei Erwachsenen in Deutschland besteht etwa ein signifikant positiver Zusammenhang zwischen Klimaangst und allgemeiner Angst und Depressivität [3]. Angststörungen sind mit einer Zwölf-Monats-Prävalenz von 15,3% die am häufigsten auftretende Gruppe psychischer Störungen in der deutschen Allgemeinbevölkerung, gefolgt von der unipolaren Depression mit 7,7% [5]. Das Ziel der Studie ist es, zu prüfen, ob Erwachsene mit depressiver Störung und/oder Angststörung in Deutschland im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung erhöhte Klimaangstwerte aufweisen, und zu analysieren, wie gut sich die Klimaangst bei dieser Zielgruppe aus ihrem Erkrankungsgrad, ihrem Klimabewusstsein, ihrem Alter und ihrem Geschlecht vorhersagen lässt.
Methodik: Erwachsene mit diagnostizierter Depression und/oder Angststörung in Deutschland werden quantitativ mithilfe von Fragebögen befragt. Zur Erfassung der Klimaangst wird eine deutschsprachige, validierte Klimaangst-Skala verwendet [3]; das Klimabewusstsein wird anhand eines Fragebogens aus der Umweltbewusstseinsstudie erfasst [2], und der Erkrankungsgrad der Proband:innen wird durch ärztliche Einschätzungen ermittelt. Im Rahmen einer Datenanalyse in SPSS wird die Höhe der Klimaangst bei der Stichprobe mit den Daten aus der Allgemeinbevölkerung [3] verglichen. Zudem wird mittels Regressionsanalyse getestet, inwiefern sich die Klimaangst aus dem Klimabewusstsein, dem Erkrankungsgrad bezüglich der Depression/Angststörung, dem Alter und dem Geschlecht vorhersagen lässt.
Erwartete Ergebnisse: Wir erwarten, dass Erwachsene mit depressiver Störung und/oder Angststörung in Deutschland gegenüber der erwachsenen Allgemeinbevölkerung in Deutschland [3] generell erhöhte Klimaangstwerte haben. Außerdem sollte ein ausgeprägteres Klimabewusstsein, ein stärkerer Erkrankungsgrad (bezüglich einer depressiven beziehungsweise Angststörung), das weibliche Geschlecht und ein jüngeres Lebensalter bei der Zielgruppe signifikant mit einer stärkeren Angst vor dem Klimawandel verbunden sein.
Schlussfolgerungen: Es ist zu erwarten, dass Erwachsene mit Depression und/oder Angststörung in Deutschland eine Risikogruppe für Klimaängste darstellen. Daher sollten klimabedingte Ängste, insbesondere bei jungen, weiblichen Patientinnen mit einem hohen Klimabewusstsein, im Rahmen ihrer Therapie thematisiert und berücksichtigt werden. Psychotherapeut:innen sollten in ihrer Ausbildung angemessen auf den Umgang mit der Angst vor dem Klimawandel seitens ihrer Patient:innen vorbereitet werden.
Die Autoren geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Die Autoren geben an, dass ein positives Ethikvotum vorliegt.
Literatur
- 1.
- Pihkala P. Anxiety and the Ecological Crisis: An Analysis of Eco-Anxiety and Climate Anxiety. Sustainability. 2020;12(19):7836. DOI: 10.3390/su12197836
- 2.
- Belz J, Follmer R, Hölscher J, Stieß I Sunderer G. Umweltbewusstsein in Deutschland 2020: Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage. Berlin, Dessau-Roßlau: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz, Umweltbundesamt; 2022.
- 3.
- Wullenkord MC, Tröger J, Hamann KRS, Loy LS, Reese G. Anxiety and climate change: A validation of the Climate Anxiety Scale in a German-speaking quota sample and an investigation of psychological correlates. Clim Change. 2021;168:1–23. DOI: 10.1007/s10584-021-03234-6
- 4.
- Gebhardt N, Van Bronswijk K, Bunz M, Müller T, Niessen P, Nikendei C. Scoping Review zu Klimawandel und psychischer Gesundheit in Deutschland – Direkte und indirekte Auswirkungen, vulnerable Gruppen, Resilienzfaktoren. J Health Monit. 2023;8(S4):132–161. DOI: 10.25646/11650
- 5.
- Jacobi F, Höfler M, Siegert J, Mack S, Gerschler A, Scholl L, et al. Twelve-month prevalence, comorbidity and correlates of mental disorders in Germany: The Mental Health Module of the German Health Interview and Examination Survey for Adults (DEGS1-MH). Int J Methods Psychiatr Res. 2014;23(3):304–319. DOI:10.1002/mpr.1439.
