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Identifizierung von förderlichen und hinderlichen Faktoren in der frühzeitigen und weiterführenden Diagnostik von Demenzen aus Sicht von Hausärzt*innen, Patient*innen und Angehörigen: ein Scoping Review
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| Veröffentlicht: | 6. September 2024 |
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Einleitung: In Deutschland leben circa 1,8 Millionen Menschen mit Demenzen, Tendenz stark steigend. Eine Diagnose erfolgt häufig spät und vorwiegend in Fachzentren [1]. Bei ersten Symptomen sind meist Hausärzt*innen die erste Anlaufstelle, welche auf Hürden wie zeitliche und strukturelle Probleme im Praxisalltag, nicht ausreichende Kenntnisse über ein optimales diagnostisches Vorgehen oder Probleme bei der Terminvereinbarung mit Fachzentren stoßen [2]. Aber auch Patient*innen und Angehörige können hinderliche Faktoren wie Angst vor Stigmatisierung, negativen Auswirkungen auf ihren Alltag und mangelndes Wissen über mögliche Anlaufstellen erleben. Eine erste Literaturrecherche offenbarte eine große Anzahl an Fachartikeln zu diesem Thema, jedoch keine vorliegende systematische Aufarbeitung und Zusammenfassung. Ziel dieses Scoping Reviews ist es daher, den aktuellen Stand der (inter)nationalen Literatur zu hinderlichen und förderlichen Faktoren für eine frühzeitige und weiterführende Demenzdiagnostik aus Sicht von Hausärzt*innen, Patient*innen und Angehörigen zu identifizieren und zusammenzufassen.
Methode: Systematische Literatursuche in den Datenbanken PubMed, Embase, Cinahl und PsychINFO mit entsprechenden keywords und MeSH Terms sowie Einbezug von grauer Literatur wie Kongressbeiträgen und Leitlinien. Eingeschlossen werden alle relevanten Artikel, erschienen zwischen 2014 und 2024, unabhängig ihrer methodischen Qualität. Die Erstellung des Scoping Reviews erfolgt mithilfe des Leitfadens des Johanna-Briggs-Instituts [3], dem PRISMA-ScR [4] und unter Einhaltung der good clinical practice für wissenschaftliches Arbeiten.
Ergebnisse: Da umfassende Literatur zu Demenzen und deren Diagnostik existiert, wird erwartet, dass der Scoping Review die Möglichkeit bietet förderliche und hinderliche Faktoren zu identifizieren, aufzuarbeiten und zu klassifizieren. Sofern möglich wird ein grafisches Mapping der extrahierten Ergebnisse erstellt. Die Betrachtung aus dem Blickwinkel von Hausärzt*innen als Primärversorgende, Patient*innen und Angehörigen könnte dazu beitragen, ein umfassenderes Bild für eine optimale Diagnostik zu erlangen.
Schlussfolgerung/Ausblick: Mittelfristig könnte die systematische Aufarbeitung zu einer verbesserten Herangehensweise in der Diagnostik führen, indem wiederkehrend auftretende Faktoren identifiziert werden und somit das Outcome für Beteiligten positiv beeinflusst werden kann.
Die Autoren geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Die Autoren geben an, dass kein Ethikvotum erforderlich ist.
Literatur
- 1.
- Georges D, Rakusa E, Holtz AV, Fink A, Doblhammer G. Demenzerkrankungen in Deutschland: Epidemiologie, Trends und Herausforderungen. J Health Monit. 2023 Apr;8(3):32-51. DOI: 10.25646/11566
- 2.
- Balsinha C, Iliffe S, Dias S, Freitas A, Grave J, Gon\u231 ?alves-Pereira, M. What is the present role for general practitioners in dementia care? Experiences of general practitioners, patients and family carers in Portugal. Dementia. 2021;20(6):1988–2006.
- 3.
- Peters MD, Marnie C, Tricco AC, Pollock D, Munn Z, Alexander L, et al. Updated methodological guidance for the conduct of scoping reviews. JBI evidence synthesis. 2020;18(10):2119-2126.
- 4.
- McGowan J, Straus S, Moher D, Langlois EV, O´Brien KK, Horsley T, et al. Reporting scoping reviews-PRISMA ScR extension. Journal of clinical epidemiology. 2020;123:177-179.
