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Gesundheit – gemeinsam. Kooperationstagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS), Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi), Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS) und der Deutschen Gesellschaft für Public Health (DGPH)

08.09. - 13.09.2024, Dresden

Pflegende Angehörige in Deutschland: Wirksamkeit gesundheitsfördernder Interventionen – ein systematisches Review und Metaanalysen

Meeting Abstract

  • Patrick Janson - Landesinstitut Gesundheit I, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Erlangen, Germany; Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie, Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Würzburg, Germany
  • Chu-Wei Hung - Landesinstitut Gesundheit I, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Erlangen, Germany; Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Germany
  • Kristina Willeke - Landesinstitut Gesundheit I, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Erlangen, Germany; Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie, Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Würzburg, Germany
  • Dieter Frisch - Landesinstitut Gesundheit I, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Erlangen, Germany; Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie, Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Würzburg, Germany
  • Anne Berghöfer - Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Germany
  • Peter Heuschmann - Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie, Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Würzburg, Germany; Zentrum für Klinische Studien Würzburg, Universitätsklinikum Würzburg, Würzburg, Germany
  • Andreas Zapf - Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, München, Germany; Pettenkofer School of Public Health, Ludwig-Maximilians-Universität München, München, Germany
  • Manfred Wildner - Landesinstitut Gesundheit I, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Erlangen, Germany; Pettenkofer School of Public Health, Ludwig-Maximilians-Universität München, München, Germany
  • Carolin Stupp - Landesinstitut Gesundheit I, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Erlangen, Germany; Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie, Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Würzburg, Germany
  • Thomas Keil - Landesinstitut Gesundheit I, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Erlangen, Germany; Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie, Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Würzburg, Germany; Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Germany

Gesundheit – gemeinsam. Kooperationstagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS), Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi), Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS) und der Deutschen Gesellschaft für Public Health (DGPH). Dresden, 08.-13.09.2024. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2024. DocAbstr. 34

doi: 10.3205/24gmds593, urn:nbn:de:0183-24gmds5931

Veröffentlicht: 6. September 2024

© 2024 Janson et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Pflege eines Angehörigen ist mit psychischen Erkrankungen und verminderter Lebensqualität der Pflegenden assoziiert. Für die Planung präventiver Interventionen für pflegende Angehörige in Deutschland existiert keine Zusammenfassung von Interventionsstudien mit Qualitätsbewertungen. Daher war es das Ziel dieser systematischen Übersichtsarbeit, die Ergebnisse methodisch guter Interventionsstudien zur Wirkung präventiver Strategien für pflegende Angehörige in Deutschland zusammenzufassen.

Methodik: In drei großen medizinischen Literaturdatenbanken suchten wir, internationalen Empfehlungen (Cochrane Handbook für systematische Reviews, PRISMA 2020) folgend, nach Interventionsstudien mit Kontrollgruppe zur Wirksamkeit von nicht-pharmakologischen Interventionen für pflegende Angehörige in Deutschland und bewerteten anschließend deren Biasrisiko (PROSPERO Registrierungsnr.: CRD42022314008).

Ergebnisse: Unter 4.376 überprüften Publikationen wurden 10 Interventionsstudien mit guter methodischer Qualität identifiziert. Diese untersuchten kognitive Verhaltenstherapie bzw. Mehrkomponenteninterventionen für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz (8 Studien), Schlaganfall (1 Studie) und mit allgemeiner Pflegebedürftigkeit (1 Studie). Die Kontrollgruppen erhielten Informationsmaterial als Minimalintervention oder die übliche Standardversorgung.

In Metaanalysen zeigte sich 3-6 Monate nach Studienbeginn eine statistisch signifikante leichte Reduktion depressiver Symptome durch eine kognitive Verhaltenstherapie (Standardisierte Mittelwertedifferenz -0,27; 95%-Konfidenzintervall -0,44 – -0,10), die jedoch nach 9-12 Monaten keine statistische Signifikanz mehr erreichte (-0,21; -0,51 – 0,09). Mehrkomponenteninterventionen zeigten weder nach 3-6 noch nach 9-12 Monaten Veränderungen depressiver Symptome (-0,18; -0,40 – 0,03 bzw. -0,14; -0,47 – 0.14).

Dagegen besserte sich die psychische Lebensqualität der pflegenden Angehörigen in den Mehrkomponenteninterventionsgruppen statistisch signifikant im Vergleich zu den Kontrollgruppen: nach 3-6 Monaten leicht (0,28; 0,01 – 0,56) und nach 9-12 Monaten moderat (0,45; 0,09 – 0,82). Auf die körperliche Lebensqualität hatten die Interventionen keinen Einfluss.

Schlussfolgerung: Die Reduktion depressiver Symptome durch verhaltenstherapeutische Interventionen für pflegende Angehörige scheint nur gering und nicht nachhaltig zu sein. Durch Mehrkomponenteninterventionen konnte nur die psychische Lebensqualität der Betroffenen längerfristig verbessert werden. Bisher gängige Modelle präventiver und gesundheitsfördernder Interventionen für pflegende Angehörige scheinen deren Gesundheit nicht ausreichend und nachhaltig zu verbessern. Größere Effekte könnten möglicherweise durch aufwändigere verhaltenspräventive Interventionen oder verhältnispräventive Maßnahmen erzielt werden.

Die Autoren geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Die Autoren geben an, dass kein Ethikvotum erforderlich ist.