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Gesundheit – gemeinsam. Kooperationstagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS), Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi), Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS) und der Deutschen Gesellschaft für Public Health (DGPH)

08.09. - 13.09.2024, Dresden

Soziale Integration von Menschen mit Demenz: Ergebnisse einer deutschlandweiten Umfrage

Meeting Abstract

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  • Francisca S. Rodriguez - Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), Greifswald, Germany
  • Hanna L. Knecht

Gesundheit – gemeinsam. Kooperationstagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS), Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi), Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS) und der Deutschen Gesellschaft für Public Health (DGPH). Dresden, 08.-13.09.2024. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2024. DocAbstr. 115

doi: 10.3205/24gmds555, urn:nbn:de:0183-24gmds5553

Veröffentlicht: 6. September 2024

© 2024 Rodriguez et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Wie mehrere wissenschaftliche Studien mittlerweile belegen, kann sich eine gute soziale Integration positiv auf Demenzsymptome auswirken. Jedoch gibt es bis heute nur sehr wenig Informationen zu sozialen Kontakten und Interaktionen bei Demenz. Ziel dieses Projekts war es, Charakteristika der sozialen Situation von Menschen mit Demenz, begünstigende Faktoren und Barrieren sowie deren Relevanz für das Wohlbefinden zu ermitteln.

Methoden: 497 Personen (86% weiblich, Ø 53 Jahre alt), die aktiv in die Demenzversorgung eingebunden sind, nahmen entweder online, auf einem Fragebogen oder im Rahmen eines Interviews an unserer Umfrage teil. Davon waren 3% Personen mit Demenz, 33% pflegende Angehörige, 15% berufliche Pflegekräfte, 16% Demenzberater/-in und 33% hatte eine andere Rolle in der Demenzversorgung. W

Ergebnisse: Wie die Mehrzahl der Teilnehmenden (72%) bestätigte, werden soziale Interaktionen hauptsächlich von den sozialen Kontakten von Menschen mit Demenz initiiert. Partner/-innen als die wichtigsten sozialen Kontakte für den Krankheitsverlauf, d.h. für das Reduzieren von Ängsten, das Unterstützen im Alltag und die Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens gesehen. Hinsichtlich der begünstigenden Faktoren gab die Mehrheit der Teilnehmenden (89%) an, dass Familienangehörige für das Durchführen sozialer Aktivitäten die wichtigste Rolle einnehmen. Des Weiteren stimmten alle Befragten darin überein (100%), dass für den Erhalt von sozialen Beziehungen persönliche Treffen unerlässlich sind. Bezüglich der Barrieren waren die meisten Teilnehmenden (84%) der Ansicht, dass sich das soziale Netzwerk von Menschen mit Demenz verkleinere, weil die sozialen Kontakte mit den Symptomen der Demenz überfordert sind. Außerdem gab mehr als jeder Zweite der Befragten (52%) an, das Stigma Menschen mit Demenz davon abhalte, sozial aktiv zu sein.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse zeigen zum einen, dass Partner/-innen und Angehörige eine besondere Rolle bei der Initiierung von sozialen Erlebnissen spielen und somit das daraus resultierende Wohlbefinden beeinflussen. Zum andere scheint ein mangelndes Verständnis für Demenzsymptome in der Gesellschaft ein Hauptgrund für den Verlust sozialer Kontakte zu sein.

Die Autoren geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Die Autoren geben an, dass ein positives Ethikvotum vorliegt.