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Die akustische Umgebung als Mediator zwischen urbanen Grünflächen und menschlicher Gesundheit?
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| Veröffentlicht: | 6. September 2024 |
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Einleitung: Die Zusammenhänge zwischen urbanen Grünflächen und menschlicher Gesundheit sind weithin anerkannt, allerdings fehlt es an dem Verständnis der zugrundeliegenden Mechanismen [1]. Die urbane Geräuschkulisse wird hierbei häufig als erklärender Faktor angeführt. Bisher sind dahingehende Analysen aber primär auf Lärm ausgerichtet. Allerdings bedeutet weniger Lärm nicht zwangsläufig eine höhere akustische Qualität. Studien zeigen, dass die Geräuschkulisse ebenfalls als positive Gesundheitsressource dienen kann [2]. Die gesundheitliche Bewertung der Geräuschkulisse erfordert daher eine Perspektiverweiterung. Zur Klärung der Frage, ob urbane Grünflächen über die Akustik mit der menschlichen Gesundheit in Verbindung stehen, fehlen jedoch Informationen über die Eigenschaften ihrer Geräuschkulisse. Daher ist das Ziel dieser Studie, die Geräuschkulisse urbaner Grünflächen zu charakterisieren, um so akustische Eigenschaften zu identifizieren, die potenziell auf dem Erklärungspfad zwischen urbanen Grünflächen und menschlicher Gesundheit liegen.
Methoden: Dazu werden Audioaufnahmen aus der SALVE-Studie ausgewertet [3]. Hier wurden 2.746 fünfminütige Aufnahmen an 730 zufällig ausgewählten Orten in Bochum gemacht. Akustische Eigenschaften werden umfassend durch ein Indikatoren-Set aus 122 akustischen Indizes erfasst. Grünflächen werden äquivalent zur Definition vieler epidemiologischer Studien als umliegende Vegetation/Natur definiert. Hier wird die Gesamtfläche diverser grüner Flächennutzungstypen in einem 50 m-Buffer um jeden Aufnahmeort bestimmt. Mittels Clusteranalyse werden akustische Dimensionen unseres Indikatoren-Sets identifiziert, für die mittels Hauptkomponentenanalyse repräsentative akustische Indizes abgeleitet werden. Mit Hilfe von deskriptiven Statistiken und mehrstufigen Regressionsmodellen werden die Zusammenhänge zwischen akustischer Dimension und urbaner Grünfläche analysiert. Für die Vergleichbarkeit der Effektstärken werden alle repräsentativen Indizes zwischen 0 und 1 normalisiert.
Ergebnisse: Insgesamt werden elf akustische Dimensionen identifiziert. Wir zeigen, dass die höchsten Assoziationen zwischen urbanen Grünflächen und den repräsentativen normalisierten Indizes der jeweiligen Cluster für die Dimension „Lautstärke“ und ihre „Persistenz“ (β=-.0025; CI=-.0030; -.0019) sowie für „akustische Dominanz“ (β=-.0031; CI=-.0035; -.0026) vorliegen. Die Effektstärken liegen über denen des allgemein zur Charakterisierung von Umgebungslärm verwendeten Schalldruckpegelmaß LAeq (β=-.0019; CI=-.0022; -.0016).
Schlussfolgerung: Unsere Studie identifiziert, zusätzliche zum Schalldruck, akustische Dimensionen, die potenzielle Mediatoren zwischen urbanen Grünflächen und menschlicher Gesundheit darstellen könnten.
Die Autoren geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Die Autoren geben an, dass kein Ethikvotum erforderlich ist.
Literatur
- 1.
- Markevych I, Schoierer J, Hartig T, Chudnovsky A, Hystad P, Dzhambov AM, et al. Exploring pathways linking greenspace to health: Theoretical and methodological guidance. Environmental Research. 2017;158:301-17.
- 2.
- Aletta F, Oberman T, Kang J. Associations between positive health-related effects and soundscapes perceptual constructs: A systematic review. Int J Environ Res Public Health. 2018;15(11):2392.
- 3.
- Haselhoff T, Lawrence B, Hornberg J, Ahmed S, Sutcliffe R, Gruehn D, et al. The acoustic quality and health in urban environments (SALVE) project: Study design, rationale and methodology. Applied Acoustics. 2022;188:108538.
