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Hohe Inzidenz, doch was ist darüber bekannt? Bundesweit repräsentative Daten zum Wissen über „weißen Hautkrebs“
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| Veröffentlicht: | 6. September 2024 |
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Hintergrund: Nicht-melanozytärer Hautkrebs (NMSC, umgangssprachlich: weißer Hautkrebs) umfasst in erster Linie das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom. Mit über 220.000 Neuerkrankungen pro Jahr stellt NMSC damit die häufigste Krebsart in Deutschland dar. Gleichzeitig gilt er als eher harmlos, da er selten metastasiert und eine niedrige Mortalität aufweist. Für die Betroffenen kann die Therapie jedoch mit einer Beeinträchtigung der Lebensqualität verbunden sein. Aus diesem Grund war es das Ziel dieser Studie, zu explorieren, was in der deutschen Bevölkerung über NMSC bekannt ist.
Methoden: Datenbasis ist die 8. Welle des Nationalen Krebshilfe-Monitorings (NCAM), einer bundesweit repräsentativen Querschnitterhebung unter 4.000 Personen (49,3% weiblich, 16-65 Jahre). Untersucht wurde die Bekanntheit von Begriffen für NMSC, die Einschätzung seiner Gefährlichkeit im Vergleich zum malignen Melanom (sog. schwarzer Hautkrebs) sowie das Wissen über Risikofaktoren und Anzeichen.
Ergebnisse: Insgesamt waren umgangssprachliche Begriffe wie „weißer Hautkrebs“ (72,8%) bekannter als medizinische Begriffe wie „Basalzellkarzinom“ (30,7%). Bei allen Begriffen gaben Frauen verglichen mit Männern signifikant häufiger an, sie schon einmal gehört zu haben (je p<0,001). Rund ein Viertel nahm an, „weißer Hautkrebs“ komme häufiger vor und sei ungefährlicher als „schwarzer Hautkrebs“ (27,4% bzw. 29,0%), wobei ein weiteres Viertel die Frage mit „weiß nicht“ beantwortete (27,9% bzw. 21,2%). Das Wissen über potenzielle Risikofaktoren für die Entstehung von NMSC war deutlich höher als das Wissen über die möglichen äußeren Anzeichen. Zum Beispiel wussten lediglich 15,8% der Befragten, dass sich „weißer Hautkrebs“ nicht durch „helle oder weiße Flecken auf der Haut“ äußert. Insgesamt hatten Frauen, Personen mit mittlerer und hoher Schulbildung sowie Personen mit einem erhöhten Hautkrebsrisiko aufgrund von hautspezifischen Merkmalen ein besseres Wissen als ihre Pendants.
Diskussion: Wenngleich NMSC die häufigste Krebsart in Deutschland ist, so zeigen sich in der Bevölkerung Wissensdefizite. Möglicherweise wurde das Wissen in unserer Studie aufgrund einer anzunehmenden sozialen Erwünschtheit im Antwortverhalten sogar überschätzt. Weitere Aufklärung scheint insbesondere bezüglich der möglichen Anzeichen von NMSC angebracht, damit Laien Hautveränderungen wahrnehmen und rechtzeitig einen Dermatologen oder eine Dermatologin aufsuchen können. Gleichzeitig sollte darüber aufgeklärt werden, dass NMSC zwar häufiger auftritt als das maligne Melanom, aber deutlich weniger gefährlich ist, sofern es frühzeitig diagnostiziert wird.
Die Autoren geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Die Autoren geben an, dass ein positives Ethikvotum vorliegt.
Der Beitrag wurde bereits publiziert: Poster, 33. Deutscher Hautkrebskongress, 6. bis 9. September 2023, Hamburg [1]
