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Behandlung und Outcome bei Weichgewebesarkomen: Wie hat sich die Behandlungsqualität von adulten Weichgewebesarkomen über die letzten Jahre in Deutschland im Zeitraum von 2000 bis 2020 entwickelt?
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| Veröffentlicht: | 6. September 2024 |
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Einleitung: Seit September 2021 stehen erstmals Qualitätsindikatoren (QIs) der Versorgung adulter Weichgewebesarkome über die S3-Leitlinie zur Verfügung. Bisher existieren noch keine Studien mit bevölkerungsbasierten Krebsregisterdaten, die diese QIs flächendeckend für Deutschland abbilden. In diesem Beitrag soll analysiert werden, wie sich die Behandlungsqualität von adulten Weichgewebesarkomen in Deutschland im Zeitraum von 2000 bis 2020 entwickelt hat.
Methoden: Die Analysen basieren auf Daten von 13 Einrichtungen aus 11 Bundesländern, die für die 10. Bundesweite Onkologische Qualitätskonferenz für die Diagnosejahre 2000 bis 2020 zusammengestellt wurden. Die Operationalisierung der Qualitätsindikatoren orientiert sich an den Rechenregeln AG QI der ADT, DKG und P65c.
Ergebnisse: Seit Beginn der Zertifizierung von Sarkomzentren stieg der Anteil der Patienten, der in prätherapeutischen Tumorboards vorgestellt wurde, von 1% auf 60% an (QI1). Bei primären Weichgewebesarkomen an den Extremitäten wurde die Vorgabe von 80% R0-Resektion nahezu erreicht (durchschnittlich 79%, QI7). Der Anteil der perioperativen Strahlentherapie bei Weichgewebesarkomen an den Extremitäten lag deutlich unter dem Erwartungswert (durchschnittlich 50%, QI9). Die Verabreichung einer Doxorubicin-Monotherapie oder einer antrazyklinhaltigen Erstlinienchemotherapie lag im untersuchten Zeitraum bei etwa 80% der Patienten mit Liposarkomen oder Leiomyosarkomen (QI12). Das 5-Jahres-Überleben nach Kaplan-Meier für Weichgewebesarkome an den Extremitäten ergab für Tumore mit einem Grading von G1 92% (KI 89%; 96%), mit G2 76% (KI 72%; 80%), mit G3 65% (KI 60%; 69%) und mit G4 62% (KI 52%; 73%).
Schlussfolgerung: Die Ergebnisse zu den prätherapeutischen Tumorkonferenzen (QI1) spiegeln teilweise die Entwicklung der Datenqualität zu Tumorkonferenzen wider. So wurden Tumorkonferenzen erst ab 2018 in allen Bundesländern meldepflichtig, als der onkologische Basisdatensatz zur umfassenden klinischen Krebsregistrierung etabliert wurde. Aber auch über 2018 hinaus bestehen für Tumorkonferenzen teilweise noch Meldelücken. Der unerwartet niedrige Anteil der perioperativen Strahlentherapie bei Weichgewebesarkomen an den Extremitäten (QI9) deutet möglicherweise auf eine tatsächliche Unterversorgung hin. Es ist jedoch davon auszugehen, dass eher fehlende Meldungen hierfür ursächlich sind.
Die Autoren geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Die Autoren geben an, dass kein Ethikvotum erforderlich ist.
Der Beitrag wurde bereits publiziert: 36. Deutscher Krebskongress 2024
