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Gute Anbindung an Infrastruktur in Nachbarschaften beeinflusst Bewegungsverhalten von Erwachsenen: Querschnittsanalyse in zwei Städten
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| Veröffentlicht: | 6. September 2024 |
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Hintergrund: In Deutschland erreicht nur knapp jede:r Zweite die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation zur regelmäßigen körperlichen Aktivität (KA). Internationale Evidenz deutet auf die Relevanz von bebauter Umgebung für regelmäßige KA auf Bevölkerungsebene hin. Dieser Zusammenhang ist allerdings für Deutschland bislang nicht gut untersucht. Das Ziel der Untersuchung war es, den Zusammenhang zwischen bebauter Umgebung und KA bei erwachsenen Bewohner:innen von Stadtbezirken mit unterschiedlicher sozialräumlicher Belastung zu beleuchten.
Methode: Die Analysen basieren auf Baselinedaten einer nicht-randomisierten kontrollierten Interventionsstudie, welche in Düsseldorf (Intervention) und Wuppertal (Kontrolle) durchgeführt wurde. In neun ausgewählten Stadtbezirken (Düsseldorf: n=7, Wuppertal: n=2) mit unterschiedlicher sozialräumlicher Belastung (niedrig/mittel vs. hoch/sehr hoch) wurden Zufallsstichproben von Bewohner:innen im Alter zwischen 25 und 75 Jahren gezogen. Subjektiv wahrgenommene bebaute Umgebung (ALPHA Environmental Questionnaire – Langversion) und subjektive KA als metabolisches Äquivalenz (MET) in MET-Minuten/Woche (Global Physical Activity Questionnaire – GPAQ) wurden per telefonbasiertem Fragebogen erfasst. METs wurden in drei verschiedene Domänen (Arbeit, Transport, Freizeit) kategorisiert und die MET-Werte für jede Domäne wie folgt angegeben: Moderater MET-Wert = 4,0; intensiver MET-Wert = 8,0; MET-Wert für Radfahren und Gehen = 4,0. Des Weiteren wurde KA objektiv als Anzahl der Schritte pro Tag mithilfe von Schrittzählern, welche für sieben Tage getragen wurden, gemessen. In linearen Regressionen, adjustiert für Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index, Bildung, Erwerbsstatus und Nettoäquivalenzeinkommen, wurden Zusammenhänge zwischen den unterschiedlichen Aspekten bebauter Umgebung und KA pro Interquartilabstand (75. Perzentile - 25. Perzentile der Scores) ermittelt.
Ergebnisse: 627 Personen (Düsseldorf: 60%, n=376; Wuppertal: 40%, n=251; 60% weiblich) nahmen am telefonischen Interview zu Baseline teil und trugen die Schrittzähler für sieben Tage. 79% waren in Düsseldorf in Stadtbezirken mit hohem Handlungsbedarf vs. 21% mit niedrigem Handlungsbedarf ansässig, in Wuppertal waren es 50% vs. 50%. Es zeigte sich, dass eine größere Entfernung vom Wohnort zu nächstgelegenen Geschäften oder öffentlichen Einrichtungen mit einer geringeren täglichen Schrittzahl (Schrittzählerdaten) assoziiert war [ß (95% CI): -429 (-825, -32)]. Basierend auf den Fragebogendaten zeigten sich Zusammenhänge zwischen einer guten wahrgenommenen Vernetzung von Fuß- und Radwegen und einer höheren selbstberichteten transportbezogenen KA [ß (95% CI): 275 (176, 373)]. Auch hing der Besitz von Fahrrad, Garten, Sport-und Fitnessgeräten, oder einem Hund mit einer höheren Anzahl von selbstberichteten MET-Minuten/Woche [ß (95% CI): 835 (207, 1463)] zusammen. Darüber hinaus zeigten sich keine Zusammenhänge zwischen Bebauung, Qualität vorhandener Geh- und Radweginfrastruktur, Ästhetik der Nachbarschaft und dem Vorhandensein von bewegungsunterstützendem Equipment am Arbeitsplatz und KA (KA gesamt, Schrittzähler und Interviewdaten). Ein erhöhtes Sicherheitsempfinden bezüglich Verkehrsaufkommen und Kriminalität war mit einer geringfügigeren selbstberichteten KA assoziiert [ß (95% CI): -725 MET-Minuten/Woche (-1223, -227)].
Schlussfolgerungen: Unsere Ergebnisse deuten auf Zusammenhänge zwischen wahrgenommener Erreichbarkeit von öffentlicher Infrastruktur sowie Besitz von bewegungsunterstützendem Equipment mit regelmäßiger KA im urbanen Raum hin. Diese Erkenntnisse können zukünftige komplexe Interventionsansätze zur Förderung von KA auf Bevölkerungsebene, einschließlich stadtplanerischer Maßnahmen, informieren.
Die Autoren geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Die Autoren geben an, dass ein positives Ethikvotum vorliegt.
